Familienunternehmen
Beliebte Arbeitgeber

In Italien spielen Familienunternehmen noch immer eine große Rolle. Dazu gehören weltweit bekannte Namen wie Benetton, Barilla und Bulgari ebenso wie die vielen kleinen Unternehmen. Doch in den letzten Jahren hat sich das Ansehen der Unternehmen deutlich gewandelt.

kk/rut MAILAND/PARIS. Mehr als 90 Prozent der rund 300 000 italienischen Unternehmen liegen nach Angaben der Mailänder Bocconi-Universität in Familienhand.

Sie spielen jedoch meist in der kleineren Liga: 80 Prozent haben weniger als 100 Mitarbeiter. Ihr Ansehen hat sich deutlich gewandelt. „Vor zehn Jahren wurden Familienunternehmen als konservativ und wenig innovativ angesehen“, sagt Bocconi-Professor Guido Corbetta. „Dank der guten Ergebnisse verschiedener mittelgroßer Unternehmen werden sie heute positiver wahrgenommen.“ Als Beispiele nennt er die Mode-Spezialisten Zegna und Ferragamo, die es geschafft haben, sich trotz der Konkurrenz aus Asien auf den Weltmärkten zu behaupten. Auch der Haushaltsgeräte-Hersteller Indesit, der in der Hand der Merloni-Familie liegt, hat in den schwierigen Zeiten Standvermögen gezeigt. „Der Öffentlichkeit ist heute stärker bewusst, dass Familienunternehmen das Rückgrat der italienischen Wirtschaft sind“, sagt Corbetta. Wie in anderen Ländern steht auch in Italien ein Generationswechsel an. Nach einer Schätzung der Zentralbank Banca d’Italia sind bei sechs von zehn Familienunternehmen die Kontrollaktionäre 60 Jahre oder älter.

Auch in Frankreich spielen Familienunternehmen eine herausragende Rolle. 90 Prozent aller Firmen sind überwiegend im Familienbesitz: Das reicht vom Kleinstbetrieb bis zu Weltkonzernen. Selbst börsennotierte Unternehmen werden als familien- und unternehmergeprägt wahrgenommen: der Kosmetikkonzern L’Oréal, der zu 28 Prozent der Gründerfamilie Bettencourt gehört. Oder die von Bernard Arnault und François Pinault geführten Luxusimperien LVMH und PPR und der Rüstungs- und Medienkonzern Lagardère, kontrolliert von Arnaud Lagardère. Viele bekannte Marken sind in Besitz mittelständischer Unternehmer, besonders in der Mode- und Kosmetikbranche: Lacoste und Hermès etwa.

Familienfirmen sind in Frankreich beliebte Arbeitgeber. „Die Unternehmen sind mehr als andere an langfristigen Zielen orientiert und bilden ihre Mitarbeiter besser fort“, sagt Bénédicte Michon vom Verband Asmep. „Deshalb identifiziert sich die Belegschaft in der Regel stark mit einem Familienunternehmen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%