Familienunternehmen
Der Wachstumskönig aus Bahrein

Die einflussreiche RMK-Gruppe sieht sich von der Finanzkrise nur wenig getroffen. Der 1980 gegründete Betrieb erzielt einen Jahresumsatz von 20 Millionen Dollar und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Hochwertige Reifen und Möbel verkaufen sich auch in diesen Zeiten. Aber der Absatz und die Finanzierung von Wohnungen stocken.
  • 3

MANAMA. Auf der Einfahrt vor der ockerfarbenen Villa stehen zwei weiße BMW-Limousinen und ein großer Geländewagen. Sie gehören der Familie des Hausherrn, Ishaq Kooheji. Er wohnt in Isa Town, einem feinen Viertel in Manama, der Hauptstadt des Inselstaats Bahrain. "Herzlich willkommen", sagt der 55-Jährige und lächelt freundlich. Er trägt die landesübliche weiße Dischdascha und einen Turban. An der Decke der "Madschlis", dem großen Wohnzimmer, hängen riesige Kristallleuchter, über dem Marmorboden liegen dunkelrote Teppiche. Ishaqs 13-jähriger Sohn Hassan reicht auf einem Tablett Orangensaft und Wasser.

Ishaq Kooheji leitet die RMK-Gruppe, eines der größten Familienunternehmen Bahrains. Ishaq ist Präsident der Holding, seine vier jüngeren Brüder sind Bereichsvorstände. Der 1980 gegründete Betrieb erzielt einen Jahresumsatz von 20 Mio. Dollar und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Er hat unter anderem den Exklusivvertrieb für Continental-Reifen sowie für Möbel der US-Firma Majestic Furniture, darüber hinaus entwickelt er Immobilienprojekte. Die Koohejis, deren Vorfahren Ende des 19. Jahrhunderts aus Iran einwanderten, zählen zu den einflussreichsten Familien Bahrains.

Auf die Frage, ob ihn die Finanzkrise kalt erwischt habe, hat Ishaq nur ein müdes Lächeln übrig. "Da RMK in erster Linie in Bahrain investiert, sind wir kaum betroffen", sagt er. "Wir finanzieren unsere Vorhaben sehr konservativ, der Anteil an Fremdkapital beträgt maximal 20 Prozent. Hochwertige Reifen und Möbel gehen auch in diesen Zeiten", betont der Mann mit dem silbergrauen Bart.

Doch so ganz ist der Orkan in der globalen Wirtschaft auch an ihm nicht vorübergegangen, vor allem das Baugeschäft stottert. So läuft der Verkauf von rund 120 Apartments für den mittleren bis unteren Einkommensbereich nicht so wie geplant. 120 000 bis 150 000 Dollar soll etwa eine Drei-Zimmer-Wohnung in dem fertig gestellten 25-stöckigen Hochhaus kosten, doch die Abnehmer bleiben aus. Auch bei der Finanzierung hakte es zwischendurch. "Einmal habe ich einen Haufen Zement mit einer Ladung Reifen bezahlt", meint Ishaq und grinst.

Auf dem Höhepunkt der Boomwelle war das ganz anders: Im September 2007 gingen 120 neu gebaute RMK-Wohnungen innerhalb einer Woche weg. Aber Ishaq glaubt an den Aufschwung. "Der Ölpreis steigt wieder, im nächsten Jahr kommt die Konjunktur wieder auf Touren", hofft er.

Seite 1:

Der Wachstumskönig aus Bahrein

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Familienunternehmen: Der Wachstumskönig aus Bahrein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Aruba: Wir haben bereits im vergangenen Jahr einen Hintergrundbericht unseres Nahost-Korrespondenten über die Schattenseiten in Dubai recherchiert.
    Titel: Ganz unten in Dubai.
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/ganz-unten-in-dubai;1405652

    Gruß
    Sven Scheffler
    Chefredakteur Handelsblatt Online

  • @ aruba
    Und die nächste blase wird demnächst in China platzen.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,663550,00.html

    Regierungen durchschauen die Gefahren ebensowenig wie die Spekulanten. Nur sollten Regierungen darauf sehen, daß sich nicht wenige Zocker auf Kosten der Allgemeinheit bereichern können. Und das ist ein Symptom, das all diesen blasen gemein ist.

  • Guten Tag,.....Die jetzt von mir geschilderte Situation ist aus Arabischer Quelle. " in Dubai stehen alle grossen baustellen verlassen. Schlimmer die Arbeiter ( Asiaten indonesier Malayen. Schlecht bezahlt und noch schlechter behandelt ) wurden fristlos entlassen. Da somit ihre Aufenthaltsgenehmigung verfaellt bleiben ihnen nur wenige Wochen das Land zu verlassen. Tausende Autos aus deren besitz werden zu Schleuderpreisen von Ansaessigen aufgekauft. Wohnungen der Arbeiter werden nur gegen Schmiergelder ( mit Moebeln ) weitervermietet. Wenn nicht einfach zurueckgelassen. Dieses menschliche Elend ist die Kehrseite des Gitzers. Darueber berichtet kein Schwein. Nur die armen banken die den Saecken sinnlos Geld in den Hintern geblasen haben werden bedauert.". Wundert est jemanden wenn irgendwann der Toenerne Trohn dieser Ausbeuter wackelt? besten Dank.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%