Familienunternehmen

Feindliche Übernahme von R. Stahl geplatzt

Das Tauziehen zwischen den Familienunternehmen R. Stahl und Weidmüller hat ein Ende. Weidmüller wollte den Explosionsschutz-Spezialisten übernehmen und hatte sein Angebot noch einmal verbessert – vergeblich.
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Zwei Mitarbeiter der Firma R.Stahl kontrollieren eine Maschine. Der Übernahmekampf um das Unternehmen ist zu Ende. Quelle: dpa - picture-alliance

Zwei Mitarbeiter der Firma R.Stahl kontrollieren eine Maschine. Der Übernahmekampf um das Unternehmen ist zu Ende.

(Foto: dpa - picture-alliance)

FrankfurtDer ungewöhnliche Versuch einer feindlichen Übernahme unter deutschen Mittelständlern ist gescheitert. Die Aktionäre des schwäbischen Explosionsschutz-Spezialisten R. Stahl ließen den westfälischen Elektrotechnik-Konzern Weidmüller mit großer Mehrheit abblitzen. Nur 19 Prozent des stimmberechtigten Kapitals wollten ihre R.-Stahl-Aktien verkaufen, wie Weidmüller am Freitag einräumte: „Weidmüller wird die geplante Übernahme der R. Stahl AG nicht weiterverfolgen.“

Mindestens 50 Prozent hatte das Familienunternehmen aus Detmold zur Bedingung gemacht, dass der Zukauf klappt. Dabei hatte Weidmüller die R.-Stahl-Aktionäre mit einem deutlichen Kursaufschlag gelockt und hätte sich R. Stahl mehr als 300 Millionen Euro kosten lassen.

Doch dessen Anteilseigner ließ die Offerte über 50 Euro je Aktie überwiegend kalt, am Freitag notierten R. Stahl an der Börse bei 40,80 Euro. Der feindliche Übernahmeversuch hatte großes öffentliches Aufsehen erregt, weil ein solcher Vorstoß unter Familienunternehmen ungewöhnlich ist. Der Vorstand, die beiden Gründerfamilien und der Betriebsrat von R. Stahl hatten sich klar gegen einen Verkauf positioniert und hatten auf die Eigenständigkeit gepocht.

Welche Familien in Deutschland die Macht haben
Rang 20: Unternehmensgruppe Tengelmann
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Rang 20: Unternehmensgruppe Tengelmann

Branche: Handel
Umsatz 2012: 10 Milliarden
Beschäftigte 2012: 83.400

Im aktuellen Ranking der nach Umsatz stärksten Familienunternehmen Deutschlands, das die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zusammengefasst hat, findet sich auf dem 20. Platz Tengelmann.

Zur Unternehmensgruppe gehören neben der Supermarktkette Kaisers's Tengelmann auch Anteile von Obi, Kik, Woolworth und Netto. Im Vergleich zum Vorjahr büßt die Unternehmensgruppe drei Plätze im Ranking ein.

Rang 19: Oetker-Gruppe
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Rang 19: Oetker-Gruppe

Branche: Mischkonzern
Umsatz 2012: 11 Milliarden
Beschäftigte 2012: 26.400

Zur Unternehmensgruppe mit Firmensitz in Bielefeld gehören rund 400 Unternehmen. Oetker setzt jeden zweiten Euro (5,46 Milliarden Euro) mit der Reederei Hamburg Süd um, im Vergleich zum Vorjahr nahm der Umsatz um neun Prozent zu.

Rang 18: Schaeffler AG
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Rang 18: Schaeffler AG

Branche: Wälzlager
Umsatz 2012: 11 Milliarden
Beschäftigte 2012: 76.100

Die Schaeffler AG gehört gehört zu 20 Prozent der Witwe des Unternehmensgründers, Maria-Elisabeth Schaeffler, (Bild) und zu 80 Prozent dem Sohn Georg Schaeffler. In der Öffentlichkeit bekannt wurde der Konzern durch die Übernahme der Continental AG.

Rang 17: Merck KGaA
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Rang 17: Merck KGaA

Branche: Pharma
Umsatz 2012: 11 Milliarden
Beschäftigte 2012: 38.800

Der deutsche Pharma- und Spezialchemiekonzern kann im Vergleich zum Vorjahr vier Plätze gut machen und springt in die Top 20 der größten deutschen Familienunternehmen. Auch auf die Familie Merck zurückzuführen ist das amerikanische Unternehmen Merck & Co. In den USA heißt die Darmstädter Firma allerdings EMD.

Rang 16: Otto Group
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Rang 16: Otto Group

Branche: Handel
Umsatz 2012: 11 Milliarden
Beschäftigte 2012: 53.800

Nach Amazon ist Otto der zweitgrößte Onlinehändler weltweit. Vom Internetverkauf profitiert der traditionelle Versandhändler so stark, dass der Web-Shop weiter ausgebaut werden soll.

Rang 15: Rethmann AG & Co
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Rang 15: Rethmann AG & Co

Branche: Entsorgung
Umsatz 2012: 12 Milliarden
Beschäftigte 2012: 60.000

Die Rethmann AG unterteilt sich in drei Sparten. Eine davon ist die Remondis-Gruppe, die eines der weltweit größten privaten Dienstleistungsunternehmen der Wasserwirtschaft ist. Rethmann konnte im Vergleich zu 2011 fünf Plätze im Ranking klettern.

Rang 14: Boehringer Ingelheim
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Rang 14: Boehringer Ingelheim

Branche: Pharma
Umsatz 2012: 14 Milliarden
Beschäftigte 2012: 46.200

Boehringer Ingelheim ist Deutschlands zweitgrößtes forschendes Pharmaunternehmen. Weltweit ist es das größte, das sich noch vollständig in Familienbesitz befindet.

Doch Weidmüller hatte gehofft, einen Keil in die Phalanx der Gründerfamilien von R. Stahl zu treiben, die zusammen 51 Prozent an der börsennotierten Firma aus Waldenburg halten. Weidmüller-Chef Peter Köhler sprach von einer „verpassten Chance“. Er hatte mit dem Kauf der halb so großen R. Stahl AG einen großen Schritt machen wollen, um den Umsatz von 640 Millionen Euro auf mehr als eine Milliarde Euro auszubauen. „Weidmüller ist sehenden Auges in die Niederlage geschlittert“, wunderte sich ein Banker über die Hartnäckigkeit des Bieters.

Der R.-Stahl-Vorstand um Martin Schomaker hatte mit einem langfristigen Plan zur Umsatz- und Renditesteigerung auf die unerwünschte Kaufofferte reagiert, um den Anteilseignern eine bessere Perspektive aufzuzeigen. So soll der Umsatz bis 2016 auf bis zu 390 (2013: 304) Millionen Euro steigen.

Das Unternehmen produziert unter anderem Schalter, Lampen und Steuerungen etwa für die Öl-, Gas- Chemie- und Pharmabranche, wo keine Funken nach außen dringen dürfen, um Explosionen in der Produktion zu vermeiden. Schomaker wertete den Ausgang des wochenlangen Tauziehens als Vertrauensbeweis. „Diese Unterstützung ist für uns Auftrag und Ansporn zugleich.“ Nun gehe es darum, die Ernte der Investitionen einzufahren.

  • rtr
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