Familienunternehmen
Firmen-Shopping in Fernost

Im fernen Osten könnten deutsche Weltmarktführer zügig expandieren. Wer interessante Unternehmen zum Kauf sucht, könnte jetzt in Japan fündig werden. Denn dort stehen derzeit viele interessante Mittelständler zum Verkauf.

Bei der Expansion nach Fernost sollten deutsche Mittelständler einen tiefen Blick auf Japan werfen: Die immer noch zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt lockt nicht nur als großer Markt für alle Produktgruppen. Derzeit und in den nächsten Jahren bietet das Land auch Chancen für Zukäufe – vor allem Branchen wie Messtechnik, Autoteilen, Maschinenbau oder Pharma.

„Auch in Japan finden zahlreiche Mittelständler keinen Nachfolger, und in den kommenen Jahren dürften zahlreiche Private-Equity-Fonds nach Abnehmern für ihre Investments suchen“, sagt Hans-Peter Musahl von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young in Tokio.

Von Vorteil bei möglichen Übernahmen ist der momentane Wechselkurs: Der Yen steht gegen den Euro vergleichsweise niedrig – ein Investment kann sich langfristig um so stärker auszahlen. Dealogic, ein Marktbeobachter, hat in Japan den weltweit viertgrößten Zielmarkt für grenzüberschreitende Akquisitionen ausgemacht nach den USA, Deutschland und Großbritannien. Dem Beratungsunternehmen Recof zufolge stieg 2007 die Zahl der Übernahmen japanischer Unternehmen um knapp drei Viertel auf 308 Fälle.

Recof bestätigt durch eine Umfrage auch Beobachtungen aus der Branche: Unternehmer aus strukturschwachen Regionen ergreifen immer öfter selbst die Initiative und suchen von sich aus mögliche Käufer. Sie wollen den Fortbestand des Unternehmens und einen guten Preis sichern, solange ihre Firma noch in einigermaßen gutem Zustand ist. Musahl schätzt, dass pro Jahr zwischen 15 und 20 Mal japanische Unternehmen an deutsche Mittelständler gehen – Tendenz steigend. Die Größenordnung der Geschäfte liege dabei zwischen drei und 300 Mill. Euro.

Die besten Kaufchancen bieten sich bei japanischen Unternehmen, mit denen die deutsche Seite bereits Geschäfte gemacht hat. Wegen der großen Entfernung zu Japan ist hier auch die Wahrscheinlichkeit höher, überhaupt etwas von dem potenziellen Übernahmekandidaten zu erfahren. Wenn das Management sich bereits kennt, spielen die sonst üblichen Vorbehalte gegenüber Ausländern oft keine Rolle mehr.

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