Familienunternehmen German Pellets
„Meine Tochter muss 20 Prozent mehr leisten“

Peter Leibold hat den Weltmarktführer für Holzpellets geschaffen. Doch einige Erfolgsgeschichten mit erneuerbaren Energien haben zuletzt herbe Dämpfer erlitten. Ein Vergleich mit Prokon sei aber „völlig unangebracht“.
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WismarPeter Leibold ist ein Dealmaker. Als der Fotograf um einige Minuten mehr für ein weiteres Motiv bittet, stimmt der Familienunternehmer unter einer Bedingung zu: In die Sägespan-Lagerhalle in Wismar muss ein 40-Tonner mit einem riesigen Logo von Leibolds Firma German Pellets auf der Seitenwand in den Hintergrund rangiert werden. Vielleicht schafft es das Bild ja ins Handelsblatt? „Trommeln gehört zum Handwerk“, sagt der 57-Jährige und lacht. Geduldig posiert er mit seiner Tochter, die Chefin einer Firmensparte ist.

Dass es ein anderes Bild geworden ist, ist nur ein kleiner Rückschlag in der Wachstumsstory der Firma. Erst 2005 hat der ehemalige Zeitungsmanager und Chef eines Sägewerks den Pellet-Produzenten hier in Wismar gegründet. Und seitdem hat er über viele Zukäufe, einem Gespür für neue Absatzwege und durch Großinvestitionen in Übersee einen Weltmarktführer geschaffen – Statustsymbole inklusive. Ein Firmenjet steht auf dem Lübecker Flughafen.

Keiner verarbeitet so viele Späne und Baumstämme zu fest gepressten Holzbällchen in Zäpfchengröße wie German Pellets: Für Kaminöfen in Deutschland werden sie etwa unter dem Markennamen „FireStixx“ verkauft. Im industriellen Maßstab werden sie in Biomasseanlagen in Österreich verbrannt, aber auch in umgewidmeten Kohlekraftwerken in England.

Etwa 600 Millionen Euro Umsatz hat die Firma im vergangenen Jahr gemacht, vier Jahre zuvor war es gerade mal ein zweistelliger Millionenbetrag. Finanziert wurde das Wachstum unter anderem über zwei Mittelstandsanleihen – einem Segment, in dem zuletzt jede zehnte Anleihe wegen Firmenpleiten ausgefallen ist. Die German-Pellets-Papiere notieren aber deutlich über dem Ausgabekurs.

Leibolds Erfolgsgeschichte stammt aber aus der Welt der erneuerbaren Energien – einer Branche, in der es zuletzt Könige gegeben hat, die über Nacht zu Knappen wurden. Solarworld-Strahlemann Frank Asbeck schrammte knapp an der Pleite vorbei, beim Windkraftunternehmen Prokon stehen Zehntausende Anleger vor einem Totalverlust ihrer Investition in Genussrechte. Auch German Pellets begibt Genussrechte und zahlt – wie Prokon versprochen hatte – acht Prozent Zinsen.

„Ein Vergleich mit Prokon ist völlig unangebracht“, so Leibold im Gespräch mit Handelsblatt Online (Wortlaut zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft). Prokon habe 1,4 Milliarden Euro über Genussrechte eingesammelt, German Pellets bislang 30 Millionen Euro. Die Genussrechte seien eine Beimischung. „Da wir keine fremden Kapitalgeber ins Unternehmen holen wollten, war das ein Weg, die Passivseite der Bilanz zu stärken“, erklärt Leibold, dem 60 Prozent der Firma gehören. Die restlichen Anteile hält seine Frau. „Wir haben schon dreimal Zinsen gezahlt und werden es in Kürze zum vierten Mal tun.“

Kommentare zu " Familienunternehmen German Pellets: „Meine Tochter muss 20 Prozent mehr leisten“"

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  • Wenn ganze Baumstämme zu Pellets verarbeitet werden, ist das eine totale Fehlentwicklung dieser Technik. Einzig und allein bereits vorhandene (Abfall-)Späne dürften hier verarbeitet werden.
    Hier geht wieder einmal Profit vor Umweltschutz.

  • Mitnichten!
    Ich rede davon, dass es immer eine Menge "Opfer" gibt, wenn Herr P.L. seine "Geschäfte" macht.
    SIE können sich gerne zu 7,5% Genussrechte sichern.
    Viel Spass!

  • Und die geplannte BRennholzsteuer auch. Hat doch nicht wirklich jemand geglaubt, dass Sich der Staat das Geld entgehen lässt.

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