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Familienunternehmen Hüffermann: Wenn der Berater selbst einsteigt

Die Macher beim Familienunternehmen Hüffermann öffneten die Augen, statt sie fest zuzudrücken. Mitten in der Boomphase sah Hüffermann die Krise kommen und rüstete das auf Transportsysteme spezialisierte Unternehmen für schlechte Zeiten. Eine Maßnahme, die sich ausgezahlt hat.

von Christoph Lixenfeld
Hüffermann-Transportsysteme-Belegschaft: Aus der Schmiede von vor 100 Jahren ist längst ein hoch spezialisierter Betrieb geworden. Quelle: Pressebild
Hüffermann-Transportsysteme-Belegschaft: Aus der Schmiede von vor 100 Jahren ist längst ein hoch spezialisierter Betrieb geworden. Quelle: Pressebild

DÜSSELDORF. "Was in der Bibel steht, gilt zum Teil bis heute: Auf plus/minus sieben fette Jahre folgen sieben magere, dann wieder sieben fette und so weiter." Bernhard Becker ist geschäftsführender Gesellschafter bei Hüffermann Transportsysteme, einem hochspezialisierten Hersteller von Lkw-Anhängern, Entsorgungsfahrzeugen und Sonderaufbauten aus dem brandenburgischen Neustadt in der Nähe von Berlin.

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Das Besondere: Hüffermann hat - im Gegensatz zu anderen Firmen - in guten, üppigen Zeiten für schlechte, magere Jahre geplant. In einem Jahr mit vollen Auftragsbüchern vorgebaut, für Krisen. Nicht weil diese unmittelbar bevorstanden, sondern weil irgendwann immer eine kommt. Was nützt es uns also, fragten sich die Brandenburger, den Kopf in den Sand zu stecken? Bernhard Becker: "2005 haben wir uns intensiv mit unserem Markt auseinandergesetzt und mit dem normalen Auf und Ab der Konjunkturzyklen. Deshalb unterstellten wir: Es wird noch eine Zeit lang hoch gehen. Und dann geht es runter."

In der Bibel bezog sich das mit den sieben Jahren und den Zyklen auf die Landwirtschaft, auf gute und schlechte Ernten in Abhängigkeit vom Wetter. Und auch Hüffermann ist - fast wie ein Bauer - abhängig von etwas, das er zu null Prozent beeinflussen kann: der Konjunktur. Denn wenn sich eine Branche nicht abkoppeln kann von Nachfrage und allgemeinem Wachstum, dann ist es das Transportgewerbe. Wird weniger gekauft und weniger investiert, dann gibt es auch weniger zu transportieren. Oder, wie Bernhard Becker sagt: "Wenn keine LKWs fahren, braucht auch keiner Anhänger."

Anfang 2008, so hatten die Macher bei Hüffermann prognostiziert, würde der Abschwung kommen. Weil noch so viel heiße Luft in den Märkten war, hat es zwar dann ein drei viertel Jahr länger gedauert, tendenziell aber war die Vorhersage richtig. Diskutiert wurde sie in Neustadt 2005, also in einem Jahr, in dem der Laden brummte. In dem das Logistikgewerbe insgesamt in eine rosige Zukunft blickte, unter anderem weil China gerade vom Schwellenland zur Top-Industrienation wurde, rund um den Globus eine Armada von Containerschiffen in Bewegung setzte. Und was im Hafen ankommt, muss weiter transportiert werden.

War es denn schwierig, die Belegschaft in guten Zeiten ausgerechnet auf eine Krise einzustimmen? Bernhard Becker: "Unsere Mitarbeiter haben das Problem schnell verstanden. Wir haben ihnen Kurven gezeigt mit den Konjunkturzyklen, erklärt, an welcher Stelle wir uns gerade befinden. Und dass es in der Wirtschaft immer mal hoch und wieder runter geht, das hatte ja jeder unserer Mitarbeiter bewusst oder unbewusst schon mal erfahren."

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