"Familienunternehmen im Brennpunkt"
Wenn es im Familienbetrieb heiß hergeht

Rund 71 000 deutsche Familienunternehmen stehen auch in diesem Jahr vor dem Problem, einen Nachfolger zu finden, so eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. „Familienunternehmen im Brennpunkt“ ist eine neue Veranstaltungsreihe, die aktuelle Probleme im Mittelstand aufgreift.

Laut IfM bleibt nicht einmal die Hälfte der Firmen in Familienbesitz. Die Mehrzahl wird verkauft, stillgelegt, an externe Führungskräfte oder Mitarbeiter übergeben.

„Familienunternehmen im Brennpunkt“ ist eine Veranstaltungsreihe der Stiftung Familienunternehmen und der Universität Witten/ Herdecke, die sich unter anderem mit der Frage der Nachfolgeregelung beschäftigt. Die Stiftung ist eine Initiative vongroßen Familienunternehmern und hat sich zum Ziel gesetzt, die Interessen und den Nachwuchs von Unternehmen zu fördern sowie ein europaweites Netzwerk aufzubauen.

Schwierige Gespräche

Das Problem vieler Unternehmen sei vor allem die Schnittmenge zwischen Familie, Unternehmen und Gesellschaftern, so Professor Rainer Kirchdörfer, Anwalt und Mitbegründer der Stiftung. Will heißen: Personen, die sowohl der Familie als auch dem Unternehmenangehören, oder Familienmitglieder, die Eigentümer sind. „In jedem dieser Systeme ist die Basis der Kommunikation eine andere“, erläutert Kirchdörfer. „Innerhalb der Familie basiert die Kommunikation auf Gefühlen und Liebe, im Unternehmen ist es Leistung und unter den Eigentümern Geld.“ Steht beispielsweise die Unternehmensnachfolge an, so geraten diese Systeme in einen Konflikt. Kirchdörfer: „Wie gelingt es, Gefühl und Leistung zusammenzubringen? Kein Vater ist in der Lage, seinen Sohn objektiv zu beurteilen. Deshalb sollte der Unternehmensnachfolger nicht von den Eltern ausgesucht werden.“

Dies ist eine von vielen Regeln der angemessenen und guten Zusammenarbeit – neudeutsch: Corporate Governance. „Diese Organisationsregeln für Unternehmensführung und -kontrolle wurden inDeutschland bisher nur für große, börsennotierte Aktiengesellschaften diskutiert, aber sie gelten natürlich auch für Familienunternehmen“, erklärt der Experte. Die Universität Witten/Herdecke ist führend auf dem Gebiet der Erforschung der Probleme von Familienunternehmen, und die Wissenschaftler haben sich, so Kirchdörfer, eingehend mit dem Themenbereich der Corporate Governance befasst.

Die Veranstaltungsreihe will nun „Wissenschaft und Anwender zusammenführen“. In jedem Seminar sind wissenschaftliche und praxisorientierte Vorträge zu hören. Familienunternehmerkönnen ihre Fragen und Ideen mit unabhängigen Rechtsexperten und Diplomanden der Universität diskutieren. Hinter den Seminaren verbirgt sich allerdings kein klassisches Beratungsangebot. Die Veranstalter wollen vielmehr die Auslöser von Problemen klarmachen.

Weitere Veranstaltungen

Die nächsten Veranstaltungen in der Universität Witten/Herdecke: „Familienstrategie und Familienverträge“ (24. September) sowie „Die Planung der Unternehmensnachfolge als Teil der Unternehmensstrategie“ (26. November). Angesprochen sind Familienunternehmen ab einem Jahresumsatz von 20 Millionen Euro. 

www.familienunternehmen.dewww.uni-wh.de

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