Familienunternehmen Kötter
Mit Sicherheit gut im Geschäft

Von Airportkontrolle bis Flüchtlingsheimsicherung: Der Einsatzbereich für private Sicherheitsdienste ist groß. Nummer Zwei in Deutschland ist Kötter. Firmenchef Friedrich P. Kötter fordert höhere Markteintrittsbarrieren.
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EssenEs war ein herbes Urteil, das die EU-Kommission laut „Bild am Sonntag“ dem Frankfurter Flughafen ausstellte. Erhebliche Sicherheitslücken gebe es, schuld sei schlecht geschultes Personal. Die Schuldigen laut Zeitungsbericht: der private Dienstleister I-SEC und die Flughafengesellschaft selbst.

Solche Meldungen lassen die Öffentlichkeit aufhorchen – dabei ist die Zahl der privaten Beschäftigten in dem Bereich Flughafensicherung gering. Nur rund 15.000 Menschen arbeiten in der Branche. Auch das Familienunternehmen Kötter, das als Unternehmen nicht von den Kontrollen betroffen war.

Kötter ist in der deutschen Sicherheitsbranche die Nummer zwei hinter dem Marktführer in Deutschland, Securitas. Der Primus ist die weltweite Nummer zwei, Hauptsitz ist Schweden.

In der gesamten Sicherheitsbranche arbeiten 185.000 Beschäftigte; die rund 4.000 meist mittelständischen Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 5,2 Milliarden Euro.

Die Kötter-Gruppe setzte im Jahr 2013 383 Millionen Euro um. Die Sicherheitskontrolle an Flughäfen macht dabei nur einen kleinen Teil des Geschäfts aus. So führt Kötter an sechs deutschen Flughäfen Fluggast- und Gepäckkontrollen durch, zum Beispiel in Düsseldorf und demnächst auch in Köln-Bonn. Doch der Markt sei begrenzt, gibt Firmenchef Kötter zu bedenken, die Kontrollen streng. Überprüft werden die Sicherheitsleute ständig durch Realtests, erklärt Friedrich P. Kötter, der die Unternehmensgruppe, die vor 80 Jahren gegründet wurde, in dritter Generation führt.

„Unser Ausbildungsprogramm umfasst bis zu 400 Stunden“, sagt er. Das ist rund doppelt so viel wie die gesetzlich vorgeschriebene Mindestausbildungsdauer in dem Bereich.

Insgesamt hat Kötter 15.500 Mitarbeiter, davon 9.100 im Geschäftsfeld Sicherheit. Als Vizepräsident des Bundesverbandes Sicherheitswirtschaft (BDSW) sieht er seine Branche zu Unrecht unter Verdacht, zuletzt bei Skandalen um Flüchtlingsheime. „Unser Verband versucht seit Jahren die Markteintrittsbarrieren zum Sicherheitsgewerbe höher zu legen – für Unternehmer und Mitarbeiter“, sagt er. Kötter kritisiert die Vergabepraxis für öffentliche Aufträge.

Ende September war bekannt geworden, dass Mitarbeiter, die für die Sicherheit der Flüchtlinge in einem Heim in Burbach sorgen sollten, diese misshandelt haben sollen. Mit einem Mal standen alle Flüchtlingsheime vor allem in Nordrhein-Westfalen unter Beobachtung - und vor der Frage, wer diese eigentlich wie sichert. Der Betreiber des Flüchtlingsheimes in Burbach war der Soziale Dienstleister European Homecare, der private Sicherheitsdienst SKI war offenbar dort als Subunternehmer tätig. Das Thema beschäftigt die Medien noch immer.

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