Familienunternehmen
Leitlinie: Spaß, Freude, Erfolg

Der Dachspezialist Bauder ist ein schwäbisches Familienunternehmen, das sich seit 27 Jahren in Händen zweier Brüder aus der Gründerfamilie befindet: kooperativer Führungsstil und kollektives Duzen gehören bei dem traditionellen Unternehmen zum Alltag, beide Brüder sind absolut gleichberechtigt.

STUTTGART. Die Szene mutet an wie aus einem anderen Jahrhundert: Einmal am Jahresende ist bei dem schwäbischen Familienunternehmen Bauder ein ganz besonderer Tag. Dann laufen Gerhard und Paul-Hermann Bauder durch die Werkshallen in Weilimdorf bei Stuttgart und überreichen jedem Beschäftigten den obligatorischen „Dankeschön-Umschlag“.

Der enthält nicht nur ein paar warme Worte. 2 000 Euro fand jeder Mitarbeiter darin im vorigen Jahr, die Hälfte in bar. „Jeder soll direkt etwas in den Händen halten. Und jeder bekommt die gleiche Summe, weil jeder auf seine Art zum Erfolg beigetragen hat“, sagt Paul-Hermann, mit 53 Jahren der Jüngere der Chefs.

Bauder ist ein besonderes Unternehmen. Nicht wegen des Produkts, denn das ist nicht gerade sexy. Bauder ist deutscher Marktführer bei Flachdachsystemen, verkauft Bitumenbahnen, Dachpappe genannt, stellt Dämmplatten aus Kunststoff her und liefert Systeme, mit denen Dächer bepflanzt werden können. Der Firma ist es gelungen, in den vergangenen zehn Krisenjahren am Bau den Umsatz mit 600 Beschäftigten auf 280 Mill. Euro zu verdoppeln.

Bauder ist besonders, weil es seit 27 Jahren erfolgreich von zwei Brüdern aus der Gründerfamilie gleichberechtigt geführt wird. Das ist mittlerweile selten in der Landschaft deutscher Familienunternehmen, vielerorts sind die Konflikte in der Führung doch zu groß geworden. Jüngstes Beispiel: In Köln liefern sich die Gesellschafter und Brüder Johannes und Heinrich Becker derzeit einen erbitterten Streit um die Geschäftsführung der Gaffel-Brauerei.

Auf die Frage, ob sie sich noch immer gut verstehen, lächeln die beiden geschäftsführenden Gesellschafter von Bauder. „In neun von zehn Fällen geht so eine Konstellation wohl schief, aber bei uns klappt es ganz gut. Besonders wenn man bedenkt, dass es heißt, die dritte Generation ruiniere häufig ein Unternehmen“, sagt Paul-Hermann. Beide teilen sich den Job: Gerhard, 57, ist für die Technik, Paul-Hermann für Finanzen und Marketing zuständig.

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