Familienunternehmen
Maschinenbauer zieht es ins Ausland

Familienunternehmen wie Klingelnberg lockt die Flexibilität an Standorten außerhalb Deutschlands. Doch manche Firmen kehren reumütig zurück.

DÜSSELDORF. Die Wurzeln des mittelständischen Familienunternehmens Klingelnberg liegen in Remscheid, mitten in Nordrhein-Westfalen. Hier begannen die Vorfahren 1908 mit der Fertigung von Messern für die Industrie, hier startete die Familie 1922 mit dem Maschinenbau. Jetzt, fast 100 Jahre später, ist das Unternehmen Weltmarktführer bei Kegelzahnrädern und Europas größter Anbieter von Maschinenmessern und -sägen. Und es ist ein typisches Beispiel für den deutschen Maschinenbau: Gefertigt wird kaum noch am Stammsitz – die Globalisierung zwingt viele Mittelständler zur Suche nach neuen Standorten, vor allem im Ausland.

Firmenpatriarch Diether Klingelnberg setzt voll auf Internationalisierung und Verlagerung – das gilt für das Unternehmen ebenso wie für den ehemaligen Präsidenten des Verbandes Deutscher Maschinen und Anlagenbau (VDMA) persönlich. Aus steuerlichen Gründen hat er seinen Wohnsitz nach Belgien verlegt, der juristische Sitz der Familien-Gruppe liegt in Luxemburg, die Maschinenbau-Sparte steuert eine Holding in der Schweiz.

Ähnlich international ist mittlerweile die Produktion: Vor rund zehn Jahren arbeiteten 195 Personen in der Messer-Fertigung in Remscheid, heute sind es noch 15. Klingelnberg verlagerte die Produktion zum Teil nach Ostdeutschland und kaufte im Ausland zu. Inzwischen besteht allein die Messerfertigung aus 14 Firmen mit sieben Werken in Europa und einem in Schanghai. Mehr als 70 Prozent des Gruppenumsatzes von 110 Millionen Euro erzielt das Unternehmen mittlerweile im Ausland.

Wie Klingelnberg machen es derzeit viele Maschinenbauer. Nach einer Umfrage des Branchenverbandes VDMA hat bereits ein Drittel der deutschen Maschinenbaufirmen Werke im Ausland. Mehr als die Hälfte der Unternehmen plant, den Auslandsstandort auszubauen oder neue zu erschließen. Der Verband schätzt, dass bis Ende des Jahres mehr als die Hälfte der deutschen Maschinenbauer über mindestens eine Produktionsstätte im Ausland verfügen wird.

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