Familienunternehmen
Ritter Sport – „Das wäre unser Ende gewesen“

In den vergangen Monaten ging es bei der schwäbischen Familienfirma Ritter Sport turbulent zu. Wie ein negativer Test der Stiftung Warentest dem Unternehmen zusetzte und warum die Schokopreise steigen könnten.
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WaldenbuchRitter Sport verzichtet auf jegliche Schnörkel. Die Schokoladenmarke mit Sitz im schwäbischen Waldenbuch nahe Stuttgart wirbt weder mit lila Kühen noch selig drein schauenden Schokoköchen in blütenweißen Kitteln, sondern nur mit ihrem Produkt: quadratische Schokolade. Und so verwundert es wenig, dass auch der Firmensitz bis auf ein paar bunte Sessel wenig Emotionales zu bieten hat - außer den zahlreichen quadratischen Gemälden, die überall in den Gebäuden verteilt hängen.

Alfred Ritter führt das Familienunternehmen Ritter Sport seit 2005 in dritter Generation. Am Standort in Waldenbuch in der Nähe von Stuttgart produziert die Firma 60.000 Tonnen Schokolade jährlich und machte damit 2013 380 Millionen Umsatz. Dass es mit dem Erfolg auch für einen bodenständigen Mittelständler aber ganz schnell vorbei sein kann, erlebte Ritter in den vergangenen Monaten.

Die Stiftung Warentest hatte die „Vollnuss“-Schokolade des Unternehmens im November 2013 mit „mangelhaft“ bewertet, weil sie den Aromastoff Piperonal enthielt. Die Tester behaupteten, dass der Stoff nur künstlich hergestellt werden könne und warf dem Unternehmen Falschdeklaration vor, da es damit wirbt, nur natürliche Aromen zu verwenden.

Ritter Sport zog dagegen vor Gericht. Im Januar verbot das Landgericht München der Stiftung, diese Behauptung weiter zu verbreiten. „Hätte sich die Stiftung Warentest durchgesetzt, wäre das unser Ende gewesen“, sagt Alfred Ritter im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Der Handel hätte uns aus den Regalen genommen.“

Bereits kurze Zeit nach der Veröffentlichung der Testergebnisse sei die erste Drohung eines Händlers gekommen, die Ware aus den Regalen zu entfernen. „Unsere Rettung war, dass am Tag der Veröffentlichung der Testergebnisse ein Süßwaren-Kongress in Berlin war und wir so den Händlern innerhalb eines halben Tages klar machen konnten, dass die Behauptung falsch ist“, erzählt Ritter.

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Ritter Sport – „Das wäre unser Ende gewesen“

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„Mit Essen spielt man nicht“

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Die Nachfolge ist noch offen

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  • acb,
    die Frage die ich mir stelle:
    Wenn Ritter in gutem Glauben an ein natürliches Piperonal gehandelt hat, warum begnügt sich Ritter mit einer Bestätigung und verlangt nicht eine Dokumentation, um selbst überprüfen zu können, nicht einen höheren Preis für das künstliche Produkt zu bezahlen?
    Also wenn ich der Hersteller wäre und eine reine Weste hätte, ich würde vom Produzenten eine lückenlose Dokumentation verlangen.

    Es könnte theoretisch aber auch sein, daß Ritter nur einen geringfügig höheren Preis für das angeblich natürliche Piperonal bezahlt und dafür in "gutem Glauben" überall mit "NATÜRLICH" werben kann.

    So wie es ja auch die Supermarktketten mit "Bio"-Ware machen: man will es gar nicht so genau wissen und verläßt sich auf den Lieferanten. Der dumme ist der Konsument, der der Deklaration vertrauen schenkt.

    Das ist ein klares Versagen der Politik. Aber vernimmt man von Ritter etwas in dieser Richtung? Ebenfalls nichts...

  • Dabei stellt sich die Frage, inwieweit daran manche Leute nicht selber schuld sind.
    Wer zum Arzt geht, weil er glaubt der will ihm helfen, wer Medikamente nimmt, weil er glaubt diese sind am Markt um zu helfen, wer bedenkenlos isst, was eine schöne Verpackung hat oder nett beworben wird, der hat einfach nicht begriffen, daß er ewiggestrig ist und daß er in unserer "schönen" neuen Welt nichts anderes als ein Umsatzbringer ist...

  • ...der hätte dafür sogar Provision bekommen!

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