Familienunternehmen Sanders
„Mein Bauch sagte: Ich darf nicht kaufen“

Eine teure Ladung Baumwolle stürzte den Bettdecken-Hersteller Sanders in die Krise. Doch nach einem Stellenabbau fasst Firmenchef Hans-Christian Sanders Mut. Ein Grund: Der Auftrag eines „skandinavischen Möbelhauses“.
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BramscheHans-Christian Sanders hat ein Problem. Nein, nicht so sehr den Verlust in Höhe von 1,4 Millionen Euro, den sein Unternehmen im vergangenen Jahr und auch im ersten Halbjahr 2013 gemacht hat. Auch nicht die Tatsache, dass er mit einer Anleihe frische Millionen für Investitionen aufgetrieben hat, dafür aber satte 8,75 Prozent Zinsen zahlen muss. Das Problem liegt vor allem im Sexappeal seines wichtigsten Produkts.

Selbst in intimsten Momenten, sind Sanders‘ Bettdecken extrem nah bei den Kunden. Doch womit sich die Leute zudecken, ist vielen Menschen trotzdem ziemlich egal. Natürlich wählt der eine lieber Micky-Maus-Bettwäsche aus Baumwolle, der nächste bevorzugt Biber-Wäsche und ein dritter Satin. Doch der niedersächsische Familienunternehmer produziert die Decken, die von den bunten Bettbezügen umschlossen sind. Und da entscheidet doch oft der Preis. Selbst den richtigen Begriff für das Produkt zu finden, ist ja nicht ganz einfach. Plumeau sagen die einen, Bettdecke oder Zudecke die anderen. „Inlets“ oder „gefüllte Teile“ hat Sanders als Begriffe auch noch im Repertoire.

Seit 128 Jahren ist die Firma Gebr. Sanders im Markt. Der 58-Jährige Hobby-Golfer Sanders (Handicap 9,1) führt das Unternehmen in der vierten Generation. Mit innovativen Produkten versucht er das Nicht-Image der Bettdecke aufzupolieren. Eine Bettdecke mit Löchern soll den Wärmeaustausch der Decke fördern (Siehe: Worauf ich stolz bin). Demnächst will er einen Prominenten als Fürsprecher gewinnen, den Namen des Auserwählten behält er noch für sich. „Für die Idee erklärt man mich intern für verrückt. Aber als Unternehmer muss man ja was unternehmen. Sonst ist man nicht Unternehmer, sondern Unterlasser“, sagt er.

Gleich mehrere Krisen hat Sanders bereits in seiner Geschichte durchschifft. Eine der jüngeren Episoden nahme Ende 2010 ihren Lauf und endete mit der Schließung zweier Produktionsabteilungen in Deutschland. Die Baumwollpreise verdreifachten sich damals von 70 Cent pro Pfund auf 2,10 Dollar pro Pfund. „Im März 2011 mussten wir einkaufen, damit die Baumwolle im Juni verschifft, im Juli und August verarbeitet und dann ab September zu unserer Hochsaison als Decken angeboten werden kann“, so Sanders. „Ich erinnere mich, wie ich im März im Büro saß und mein Bauch sagte: Ich darf nicht kaufen.“

Sanders kauft den Rohstoff in Asien und bereitet ihn in Deutschland für die Produktion von Bettdeckenhüllen in der Ukraine vor. Deswegen gibt es lange Vorlaufszyklen und im März 2011 entschied sich Sanders fürs Bestellen: „Der Verstand sagte: Ich muss kaufen, sonst haben wir keine Ware und können nicht liefern.“ Die Folgen waren dramatisch. Kurz danach griff die chinesische Regierung in den Markt ein, der Baumwollpreis halbierte sich binnen zwei Wochen und die teure Baumwolle für Sanders war bereits auf dem Seeweg nach Deutschland. „Wir haben die Bugwelle vor uns hertragen müssen und böse Schrammen abbekommen.“

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Glück im Unglück

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  • Da ist das Rheinische in uns mit uns durchgegangen. Schreibweise ist geändert. Danke!

  • Plymo? Meinten Sie evtl. Plumeau?
    :D

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