Familienunternehmen Schulte + Sohn
Steaks online per Post

Statt ins Restaurant zu gehen, laden immer mehr Leute ihre Gäste lieber selber ein. Dieser Trend kommt dem Fleischwarenhersteller Schulte zupass. Das Unternehmen verschickt frische Steaks von Bisons und Kobe-Rindern an Gourmets. Dank Internet kein Problem.

MÖNCHENGLADBACH. "Wie schmeckt Bison?" titelte kürzlich die Zeitschrift "Essen & Trinken". Und sie berichtete dann über "das beste Fleisch, das Spitzenköche bekommen können" wie zum Beispiel Kobe-Wagyu-Style-Beef, Iberico-Schwein oder Pauillac-Lamm. Das Blatt schwärmte, dass "Bison auf der Zunge zergehe". Die Tiere essen bis zu 180 Kräuter und Mineralien am Tag - aber ihr Fleisch hat wenig Fett. Und man riet auch, die Steaks bloß nicht vor dem Schneiden einzufrieren. Denn damit werde die "Struktur und somit der Geschmack zerstört".

Das alles ist Wasser auf die Mühlen des Familienunternehmers Burkhard Schulte, dem Fleischwarenhersteller und Junior-Chef von Schulte + Sohn in Mönchengladbach Güdderath. Und indirekt ist es auch Werbung für seine Produkte und fördert vor allem sein Geschäftsmodell, frische Gourmetware an Endverbraucher zu verschicken.

Der 48-Jährige verkauft seit 18 Monaten Premium-Fleisch auf dem Niveau von Spitzenrestaurants auch über seinen eigenen Online-Shop an Hobby-Köche. Gourmetfleisch.de unterscheidet sich von anderen Wettbewerbern wie Otto Gourmet in einem entscheidenden Punkt: Schulte bringt kein gefrorenes, sondern frisches Fleisch auf den Weg. Einzeln eingeschweißt und verpackt in großen Styropor-Kartons mit Eisbeuteln. In 24 bis 48 Stunden müssen sie beim Kunden sein.

Das Paket hat "einen durchschnittlichen Bestellwert von 170 Euro", berichtet der Rheinländer. Das Steak kostet bei ihm im Schnitt 20 Euro. Die Renner dieser Grillsaison sind American Beef und Nackensteaks sowie argentinische Steaks und französisches Charolais. Seine Kunden sind nicht Hinz und Kunz, die etwas für die Grillparty am Wochenende brauchen, sondern ausgesprochen zahlungskräftige Käufer. Schließlich kann sich nicht jeder ein "Steakabo 360" für 1 313 Euro leisten. Oder das Steakabo BBQ für 741,99 Euro. Wer?s bucht - erst 15 Kunden hat der bisher dafür - bekommt einmal im Monat sein Paket aus Güdderath. Die Steaks können dann bis zu drei Wochen im Kühlschrank liegen. Ohnehin "reifen sie erst mal 28 Tage in den Kühlräumen", erzählt Schulte.

Die Idee, Frischfleisch zu verschicken, hat er aus den USA und von dem Schotten Donald Russel mit seiner Webpage donaldrussel.com. Der Trend, dass immer mehr Leute inzwischen lieber zu sich nach Hause statt ins - teurere - Restaurant einladen, kommt Schulte zupass. Ebenso wie die vielen TV-Koch-Shows mit Johann Lafer & Co., die die Fernsehzuschauer neugierig machen auf ausgefallene Fleischsorten. "Wenn Johann Lafer Bisonfleisch verwendet, wollen es die Kunden anschließend auch haben", beobachtet Schulte. 30 Prozent der Besteller sind Stammkunden, erzählt er. Gourmetfleisch.de mache zwei Millionen Euro Umsatz im Jahr, weitere 25 Millionen kämen aus dem traditionellen Fleischhandel. Daneben beliefert er unter dem Namen Schulte + Sohn die Metro und Supermarktketten etwa mit Kasseler und Grillwürstchen.

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