Familienunternehmen stehen viele Wege zum Kapitalmarkt offen – wenn die Bonität stimmt: Das Rating verspricht doppelten Nutzen

Familienunternehmen stehen viele Wege zum Kapitalmarkt offen – wenn die Bonität stimmt
Das Rating verspricht doppelten Nutzen

Der Scheinwerfer-Hersteller Hella-Hueck begab eine Yen-Anleihe. Der Mähdrescherproduzent Claas wagte als erstes deutsches MidCap-Unternehmen ein Traditional Private Placement von Schuldverschreibungen in den USA, Volumen 200 Mill. Dollar. Der Speziallandmaschinenbauer Krone fühlt sich von einem Commercial Paper von inzwischen 150 Mill. Euro, ausgegeben über Dresdner Kleinworth Wasserstein, geradezu geadelt. Und der Außenspiegel-Marktführer Schefenacker kam kürzlich mit einer 200-Millionen- Euro-Anleihe auf den Markt.

HB FRANKFURT/M. Viel zitiert, aber in der Praxis noch recht rar, sind Mittelstands- Finanzierungen über Asset Backed Securities (ABS), verbriefte Forderungen. Krone hat das Commercial Paper damit unterlegt, der Autozulieferer Kirchhoff setzt ABS zur Finanzierung der Entwicklungskosten ein.

Martin Wambach, Geschäftsführender Partner der Mittelstands-Wirtschaftsprüfer und -Berater Rödl & Partner, sieht aber noch Hindernisse: „ABS erfordern eine breite Basis kleinteiliger Forderungen, die im Rating besser bewertet werden als das Unternehmen selbst.“ Der typische Autozulieferer oder Maschinenbauer könne damit aber nicht dienen.

Doch es ist keine Frage: Die größeren deutschen Familienunternehmen sind mit Verve dabei, den Kapitalmarkt zu entdecken. Und sie sind durchweg überrascht, oft auch geschmeichelt von der Begeisterung, mit der die Investoren ihre Papiere aufnehmen. Was sie verbindet: Es sind überwiegend solide Unternehmen mit respektablen Eigenkapitalquoten, klaren Geschäftsplänen und hoher internationaler Präsenz. Einmal am Kapitalmarkt, bleiben sie meist dabei, um in Übung zu bleiben und – weil es dem Unternehmen auch jenseits der Finanzen nützt.

„Die Messlatte Bonität ersetzt ein wenig den Druck, den die Börsennotierten von der Aktie bekommen,“ schmunzelt Peter Bettermann. Er ist Konzernleitungs-Sprecher eines der größten deutschen Familienunternehmen: der Freudenberg & Co. KG, Weinheim. Für ihn ist es „wenigstens zum Teil“ ein Märchen, dass Aktiengesellschaften einen leichteren Zugang zum Kapitalmarkt haben als Familienunternehmen: „Bei gleicher Größe gibt es da kaum Unterschiede“, zieht er sein Fazit aus langer Beobachtung.

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