Familienunternehmen
Villeroy & Boch schreibt wieder schwarze Zahlen

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat im operativen Geschäft die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Aber ein Bußgeld verhagelt dem Traditionsunternehmen die Bilanz.
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HB METTLACH. Der Keramikhersteller Villeroy & Boch schreibt im operativen Geschäft wieder schwarze Zahlen, doch ein von der EU- Kommission verhängtes Bußgeld verhagelt die Bilanz. Nach einem Verlust im Vorjahr gab es in den ersten neun Monaten 2010 ein Ergebnis vor Ertragssteuern und Zinsen (EBIT) von 9,9 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Da Villeroy & Boch Ende September wegen eines Verstoßes gegen das Kartellrecht 71,5 Millionen Euro an die EU zahlte, steht unter dem Strich aber ein dickes Minus. Das Unternehmen hält die Vorwürfe für nicht gerechtfertigt und hat Rechtsmittel eingelegt.

Der Umsatz lag in den ersten neun Monaten bei 520,8 Millionen Euro - 1,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch für das Gesamtjahr rechnet Villeroy & Boch mit einem leichten Umsatzminus, nachdem das Unternehmen zuletzt noch von einem leichten Plus ausgegangen war. Ein für 2010 angepeilter Großauftrag werde erst im kommenden Jahr zur Auslieferung kommen, begründete der Keramikhersteller. Das operative Ergebnis (EBIT) soll im Gesamtjahr nun bei rund 15 Millionen Euro liegen, zuletzt waren mehr als 10 Millionen Euro erwartet worden.

Dass das Unternehmen operativ wieder schwarze Zahlen schreibt, führt das Management auf ein Sparprogramm zurück, das Werkschließungen und den Abbau von 900 Stellen bis 2011 vorsieht. Nach Angaben des Unternehmens kamen in den ersten neun Monaten bei den Personalkosten Einsparungen von rund 9 Millionen Euro zusammen. Ende September beschäftigte Villeroy & Boch rund 8600 Menschen.

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