Familienunternehmen
Von Dominanz bis Ignoranz

In Deutschland erleben Familienunternehmen seit ein paar Jahren eine Renaissance – zumindest was ihr öffentliches Ansehen betrifft. Auch in Asien, Italien und den USA ist die Mehrzahl der Firmen in Privatbesitz. Allerdings sind ihr Ruf und ihre Rolle je nach Land unterschiedlich. Indien und Amerika markieren die Pole zwischen Dominanz und Ignoranz.

bef/je/olm DEHLl/NEW YORK. Familienunternehmen gelten in Deutschland als beliebt bei Konsumenten und Bewerbern, wie erst vorige Woche eine Untersuchung der Uni Bremen zeigte.

Integrität in Schwellenländern

„Gründer und deren Nachkommen bringen einfach mehr Leidenschaft für ihr Unternehmen mit“, sagt Baba Kalyani, Chef des indischen Autozulieferers Bharat Forge. So wie er denken viele Unternehmer in dem Land, dessen Wirtschaft von Familienunternehmen dominiert wird wie kaum ein zweites. Milliardenschwere Konglomerate wie die Tata-, die Reliance- oder die Birla-Gruppe zählen dazu. Aber auch clevere Pharmafirmen wie Ranbaxy oder Dr. Reddy’s, die sich rasant globalisieren, sowie ikonische Technologiefirmen wie der IT-Dienstleisters Wipro.

Der Ruf dieser Firmen ist nicht nur im eigenen Land glänzend. „Wir bürgen mit unserem Namen für Integrität“, sagt Anand Mahindra, Chef der gleichnamigen Firmengruppe. In unreifen, undurchsichtigen Märkten ohne Anleger- und Verbraucherschutz mache es dies einfacher, Kunden, Anleger und Nachwuchstalente zu gewinnen.

In der Unternehmensführung glänzen nicht alle indischen Familienkonzerne: Reliance ist ein Beispiel für eine traditionelle, hierarchische Organisation, wo Schlüsselstellen ausschließlich mit Familienmitgliedern besetzt bleiben. In Corporate-Governance-Rankings schließt die Gruppe daher meist unterdurchschnittlich ab.

Die hochangesehene Tata-Gruppe verfolgt ein anderes Konzept: Sie ist zu zwei Dritteln im Besitz wohltätiger Stiftungen, an die die Familienerben ihre Anteile abgetreten haben. Den Rest halten freie Aktionäre. Alle Gruppenfirmen werden von professionellen Managern geleitet. „Auch ich bin nur einfacher Angestellter“, sagt Chairman Ratan Tata von sich selbst.

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