Familienunternehmen
Vorbild Haniel – keine Firma informiert besser

Die deutschen Familienunternehmen bemühen sich auch in schlechten Zeiten um Transparenz in ihren Geschäftsberichten. Der Duisburger Handelskonzern Haniel wird für seinen Geschäftsbericht mit dem Private-Public-Award ausgezeichnet.
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DÜSSELDORF. Im Jahr 2009 haben deutsche Familienunternehmen ihre Aussichten, die geplante Strategie und auch ihre Risikolage klarer beschrieben als im Jahr zuvor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Kommunikationsagentur Ergo und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PKF Fasselt Schlage. „Ob es sich um einen echten Trend handelt, wird erst das nächste Jahr zeigen“, sagt Andreas Martin, Partner von Ergo.

Am besten schnitt der Duisburger Handelskonzern Haniel ab. Das Unternehmen wurde dafür mit dem diesjährigen Private-Public-Award ausgezeichnet, den Ergo initiiert hat. Insgesamt wurden 54 Geschäftsberichte von nicht börsennotierten Familien- und Stiftungsgesellschaften ausgewertet.

Der Haniel-Bericht überzeugte die Jury vor allem durch eine ausführliche Beschreibung der Unternehmensführung, der künftigen Strategie und der Erwartungen. Punkten konnte der Bericht auch mit dem Imageteil. Großformatige Fotos zeigen Haniel-Mitarbeiter beim Tauchen, Eishockey und Malen. Die Freizeit-Fotos transportieren clever die Botschaften des Unternehmens, so die Jury.

Der zweitplatzierte Bericht der Heraeus Holding überzeugte durch die transparente Darstellung der Geschäftsentwicklung. Heraeus sicherte sich auch den Sonderpreis für die beste Gestaltung. Auf Platz drei landete die Otto Group, deren Bericht für die beste Story ausgezeichnet wurde. Der Imagebericht sei übersichtlich und überzeuge durch seine frische Aufmachung. Der Vorjahressieger Würth kam dieses Jahr nur auf Rang neun.

Die Jury prüfte die Berichte anhand von 90 Kriterien und nahm Branchengrößen wie Bosch genauso unter die Lupe wie den kleinen Maschinenbauer Siempelkamp. Im Mittelpunkt stand jeweils die Frage, ob das Unternehmen seine Kunden, Geschäftspartner und Banken umfassend über seine wirtschaftliche Lage informiert. Auch die Struktur, Sprache und die Gestaltung der Geschäftsberichte floss mit in die Bewertung ein.

Allerdings veröffentlichten nur 54 der insgesamt 240 betrachteten Familienunternehmen auch einen detaillierten Geschäftsbericht. „Im Durchschnitt sind die Berichte noch nicht gleichwertig zu den Angaben börsennotierter Unternehmen aus dem M-Dax“, sagt Martin. Es bleibe bei hohen Unterschieden, einige veröffentlichen mehr ein Bilderbuch, andere sehr detaillierte Berichte, vor allem wenn sie mit Anleihen auch den Kapitalmarkt ansprechen wollten.

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