Familienunternehmen Walbusch
„Die Frau entscheidet, was gekauft wird“

„Zwei bügelfreie Hemden zum Preis von einem“ – den Slogan von Walbusch kennt fast jeder. Firmenchef Christian Busch hat dem Textilversand eine Verjüngungskur verordnet. So eng wie bei Jogi muss es aber auch nicht sein.
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SolingenHautenge Hemden à la Jogi Löw? Die sind nichts für die Zielgruppe von Walbusch. „Unsere Kunden sind keine Fashion Victims“, betont Christian Busch, Chef des Solinger Familienunternehmens in dritter Generation. Das Versandhaus ist auf bequeme Mode für reifere Semester spezialisiert. Altkanzler Helmut Schmidt ist ein regelmäßiger Träger von Walbusch-Hemden, die bekannt sind für ihren knopflosen Patentkragen und Knitterfreiheit. Auch Helmut Kohl soll bei seinem historischen Treffen mit Gorbatschow im Kaukasus 1990 einen grauen Blouson vom Solinger Textilversand getragen haben.

Der typische Walbusch-Kunde ist Mitte 60 und hat keine Idealfigur. Zwar wird die Gesellschaft immer älter, was dem Passformspezialisten eigentlich in die Hände spielen sollte. Jedoch orientieren sich die Älteren in ihrem Konsum- und Kleidungsstil immer stärker an Jüngeren. „Der Mittfünfziger verzichtet heute lieber auf den komfortablen Bund, damit er eine modische Hose tragen kann und sich jünger fühlt“, beobachtet der 42-jährige Busch. Allerdings: „Je figurnäher der Schnitt umso höher die Retouren“, sagt Busch im Gespräch mit Handelsblatt Online (das vollständige Interview hier als Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft). Die erreichen sonst um die 30 Prozent.

Hier liegt das Dilemma von Walbusch, laut Handelsverband Deutschland (HDE) die „erste Adresse für bequeme Herrenmode“. Durch die Monatskataloge und Werbebeilagen in dreistelliger Millionenauflage - Slogan: „Zwei bügelfreie Hemden zum Preis von einem“ - ist der Versender zwar bundesweit bekannt. Das selbstgewählte, klassisch-konservative Image aber haftet fest. „Wer will schon eine Marke kaufen, die bereits sein Vater getragen hat?“ fragt sich Bekleidungsexperte Peter Frank von der Beratung BBE.

„Unser Image ist älter als unser Angebot“, hat auch Firmenchef Busch erkannt. Deshalb hat er der Marke eine Verjüngungskur verschrieben. Mit der Übernahme von Mey & Edlich 2007 hat Walbusch bereits ein Label, das etwas frecher und modischer daher kommt.

Darüber hinaus muss der Spezial-Textilversender einen doppelten Branchenumbruch bewältigen: den in der Textilbranche und den im Versandhandel. Viele Universalversender wie Neckermann oder Quelle haben den Beginn der Internet-Ära nicht überlebt. „Auch der Textilbranche geht es seit Jahren nicht gut“, resümiert Experte Frank. 2013 gaben die Deutschen nur noch 49 Milliarden Euro für Bekleidung und Schuhe aus, knapp drei Milliarden weniger als 2001. Die Leute tragen tendenziell günstigere Kleidung, das Qualitätsbewusstsein ist geschwunden. „Abgesehen vom Luxusbereich hat Bekleidung in Deutschland an Stellenwert verloren“, konstatiert Frank. Gerade mittelständische Qualitätsanbieter wie Strenesse, Seidensticker oder Eterna haben zu kämpfen.

Kommentare zu " Familienunternehmen Walbusch: „Die Frau entscheidet, was gekauft wird“"

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  • Umsatzrückgang ist doch ein Imageproblem, bzw. ein Problem der Abgrenzung.
    Warum soll ich Kleidung von teuren "Marken" kaufen, die, wie "Billiganbieter" in den gleichen Fabriken produzieren lassen, ohne Rücksicht auf Menschenrechte /würde und die Umwelt? Es ist schwer den Unterschied zwischen nachhaltigen Unternehmen und den "Sündern"

  • Wir möchten, dass Sie nur Ware behalten, mit der Sie auch zufrieden sind. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice (service@walbusch.de) - wir finden sicher eine Lösung, bei der Sie sich auch über das geschenkte Hemd freuen.

  • Ich habe zum Geburtstag ein Walbusch Hemd geschenkt bekommen (Extraglatt Comfortline).

    Das ziehe ich nicht an, weil's steif ist und kratzt.

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