Familienunternehmen will durch Zukäufe wachsen
Gebäudefirma Klüh erwägt Börsengang

Der Gebäudedienstleister Klüh will sich für die bevorstehende Expansion Kapital an der Börse besorgen. „Wir wollen uns beim Facility Management durch Zukäufe stärken“, sagte Firmeninhaber Josef Klüh dem Handelsblatt. „Wenn sich uns Kaufgelegenheiten bieten, muss man aus Gründen der Finanzierung auch über einen Börsengang nachdenken.“

HB DÜSSELDORF. Für diesen Fall haben sich die Düsseldorfer mit Hilfe von KPMG eine entsprechende Holdingstruktur verpasst, die der GmbH die Umwandlung in eine AG erleichtert. „Wir würden bis zu 49 Prozent der Anteile abgeben“, sagt der Firmeninhaber. Man warte allerdings noch auf ein besseres Börsenumfeld.

Das 1911 gegründete Familienunternehmen, das Josef Klüh in zweiter Generation zu einem weltweit tätigen Konzern mit 18 400 Mitarbeitern und 354 Mill. Euro Umsatz ausgebaut hat, steht unter Zugzwang. Denn in der Branche gewinnt das Übernahmekarussell derzeit mächtig an Fahrt, der Konsolidierungsdruck auf die Unternehmen wächst.

„Vor allem die großen Gebäudereiniger bemühen sich derzeit um Zukäufe von Gebäudetechnikern, um ihren Kunden künftig alles aus einer Hand anbieten zu können“, sagt Jörg Hossenfelder, Marktforschungsleiter der auf Dienstleistungsunternehmen spezialisierten Beratungsfirma Lünendonk.

Inzwischen hat die Konsolidierungswelle die Top 10 der Branche erreicht. Anfang 2004 verstärkte sich Hochtief Facility Management in Essen durch die Übernahme der Gebäudemanagement-Töchter von Lufthansa und Siemens – und verdoppelte damit nahezu den Jahresumsatz. Im Oktober kaufte der Branchenzweite, die Frankfurter Wisag Service Holding, den auf Platz neun rangierenden Wettbewerber Hiserv in Oberhausen von Thyssen-Krupp. Nächster Übernahmekandidat könnte die Gebäudetechniksparte des ABB-Konzerns sein. Der Schweizer Industriekonzern hat seine Tochterfirma, die zuletzt rund 300 Mill. Euro umsetzte, seit langem zum Verkauf gestellt. „Es geht jetzt um die wirklich großen Fische im Markt“, kommentiert Branchenexperte Hossenfelder den aktuellen Übernahmereigen.

Beim Gerangel um den Spitzenplatz in der Branche will Klüh, zuletzt die Nummer sieben im deutschen Ranking der Gebäudedienstleister, keinesfalls unter die Räder kommen. „Bislang sieht es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus“, sagt Firmeninhaber Josef Klüh. „Wenn wir durch Zukäufe um 200 Mill. Euro Umsatz zulegen, könnten wir auf einen Schlag wieder in der Spitzengruppe stehen.“ Schon in drei Jahren, so sein Plan, sei die Marktführerschaft erreichbar.

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