Familienunternehmer Materna
„Unsere IT verbietet mir Whatsapp“

Mit Siri spricht er gerne: Winfried Materna ist nicht nur Chef des gleichnamigen IT-Dienstleisters, sondern auch Technikfan. Eine neue Geschäftssparte soll künftig anderen Firmen auf dem Weg in die digitale Welt helfen.
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DortmundDie Firma Materna ist leicht zu übersehen. Wer vor der schmucklosen Firmenzentrale in Dortmund steht, findet den Schriftzug erst auf den zweiten Blick. Auch im Alltag bekommt man wenig vom IT-Dienstleister mit. Dabei kommen jeden Tag Tausende Menschen mit seinen Lösungen in Kontakt: Wenn sie am Flughafen einchecken, den Weg eines DHL-Paketes verfolgen oder die Website der Bundesregierung besuchen.

Das Familienunternehmen hat auch keinen Grund, sich zu verstecken: 1500 Mitarbeiter arbeiten in der Dortmunder Zentrale und den Außenbüros, der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2013 auf 158 Millionen Euro. Die Gründer Winfried Materna und Helmut an de Meulen haben in fast 35 Jahren einen der größten IT-Dienstleister in Deutschland aufgebaut.

Die Materna-Entwickler springen da ein, wo andere nicht weiterkommen. Gerade Behörden sind zu einer wichtigen Kundengruppe geworden – so gibt es eine Software, mit der Gefängnisse ihre Daten verwalten. Künftig will das Unternehmen noch mehr helfen, sich auf die digitale Revolution einzustellen: Zum 1. Januar gründet es das Geschäftsfeld „Digital Enterprise“.

Trends wie Cloud Computing, Big Data und die sozialen Medien hätten „einen massiven Einfluss auf die Geschäftsmodelle“, sagt Winfried Materna im Interview mit dem Handelsblatt. „Wer die Transformation in die Digitalwirtschaft verpasst, gefährdet sein Unternehmen.“ Das gelte nicht nur für Marketing und Vertrieb: „Prozess- und Produktverbesserungen in Unternehmen werden heute primär durch Digitaltechniken getrieben, hierdurch entstehen erhebliche Leistungssteigerungen.“ Mit anderen Worten: Auch die deutsche Industrie muss aufpassen, dass Google & Co. sie nicht überholt.

Die Firma Materna hat die Entwicklungen aus nächster Nähe beobachtet: Die Gründer vernetzten noch 1980 riesige Großrechner – da war gerade der Apple II auf dem Markt, während IBM an seinem ersten PC arbeitete. Heute hat jeder mit dem Smartphone einen Computer in der Tasche, der nicht nur eine direkte Verbindung ins Internet bietet, sondern auch die damaligen Rechner um ein Vielfaches übertrifft.

Der Unternehmer sieht eine einmalige Chance in der Vernetzung von Autos, Fabriken und Lieferketten – dem Internet der Dinge. „Die erste Runde mit den Internet-Diensten haben wir verloren. Aber die Zweite läuft gerade.“ Deutsche Firmen verstünden etwas von komplexer Software-Entwicklung wie auch von Ingenieursarbeit. Das sei eine wichtige Voraussetzung für die nächste industrielle Revolution. Allerdings reiche das allein nicht: „Wir brauchen hierzu aber Standards, um die flächendeckende Vernetzung voranzubringen.“ Was in Deutschland unter dem Schlagwort Fabrik 4.0 diskutiert wird, geht seiner Ansicht nach in die richtige Richtung.

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Generationswechsel steht kurz bevor

Kommentare zu " Familienunternehmer Materna: „Unsere IT verbietet mir Whatsapp“"

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  • WhatsApp, Twitter, Facebook und sonstigen MIst sind die Lieblingstools der NSA und CIA. Wer im Unternehmen mit solchen Tools "kommuniziert" dem ist nicht mehr zu helfen.

  • ... nutzt ein iPhone und hat Angst seine Kontaktdaten rauszugeben ??? Passt das zusammen ?

  • Dann nimm doch "Threema"! Ist besser als WA...

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