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OptikerketteGünther Fielmann teilt die Macht mit seinem Sohn

Der 78-jährige Patriarch Günther Fielmann holt sich seinen Sohn Marc an die Seite. Beide leiten die Optikerkette jetzt gleichberechtigt.Christoph Kapalschinski 12.04.2018 - 14:11 Uhr Artikel anhören

Vater und Sohn leiten die Firma künftig gleichberechtigt.

Foto: dpa

Hamburg. Günther Fielmann und sein Sohn Marc verkörpern Extreme – zumindest was das Alter betrifft. Der Gründer der Optikerkette ist mit 78 Jahren einer der ältesten Vorstandschefs eines börsennotierten deutschen Unternehmens. Sein 50 Jahre jüngerer Sohn ist seit diesem Donnerstag einer der jüngsten.

Denn das Duo setzt den Generationswechsel fort: Marc Fielmann steht künftig seinem Vater als gleichberechtigter Chef zur Seite. Der Senior soll sich um die Strategie kümmern, der Junior um das Tagesgeschäft.

„Die Doppelspitze ist für Fielmann ein zukunftsweisender Schritt. Günther und Marc Fielmann kennen die Bedürfnisse von Generationen, verbinden Erfahrung mit Innovation. Über die neue Führungsstruktur kann Fielmann diesen Wettbewerbsvorteil optimal nutzen“, erklärte der Aufsichtsratschef, der Familienunternehmens-Anwalt Mark Binz.

Der Lebenslauf von Marc Fielmann ist voll auf die Nachfolge ausgerichtet. Nach einer Optikerlehre und Studium in London lernte er das Geschäft des väterlichen Betriebs in den Filialen kennen. Anschließend leitete er eine Art Zukunftslabor in der Hamburger Zentrale, in dem unter anderem eine App zum Nachbestellen von Kontaktlinsen entstand – ein Zugeständnis des Konzerns an das Digitalzeitalter.

Günther Fielmann steht dem Verkauf von Brillen im Netz kritisch gegenüber. Sein Sohn jedoch soll nun ausdrücklich die Digitalisierung vorantreiben. „Die internationale Expansion und die Digitalisierung bieten uns große Chancen. Fielmann wird die augenoptische Branche in Europa zum Vorteil für die Kunden gestalten, ohne Kompromisse bei der Qualität zu machen“, erklärte Marc Fielmann in einer Mitteilung.

Zuletzt hatte Fielmann Filialen in Norditalien eröffnet – unter Teilnahme von Marc Fielmann, der selbst Italienisch spricht. Diesen Kurs dürfte er also fortsetzen.

Analysten hatten immer wieder kritisch auf das fortgeschrittene Alter des Vorstandschefs hingewiesen – zugleich aber betont, der Vorstand sei ausreichend besetzt für jeden Fall. Tatsächlich stehen Vater und Sohn vier weitere Vorstände zur Seite.

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Fielmann kommt auf 1,3 Milliarden Euro Konzernumsatz und verkauft etwa jede zweite Brille in Deutschland. Der Optiker ist mit der Liberalisierung des Marktes ab den 1970er-Jahren stark gewachsen.

Die Aktie galt lange als ein Wachstumsstar. Seit zwei Jahren schwächelt sie jedoch, weil auch das Konzernwachstum sich abgeschwächt hat. Ein Grund: Der deutsche Markt ist inzwischen recht gut versorgt. Marc Fielmann muss also neue Märkte im Ausland und im Internet erschließen.

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