Jochen Schweizer

„Wir machen überhaupt keinen Klamauk.“

(Foto: Imago)

TV-Show „Der Traumjob“ Jochen Schweizer sucht im Fernsehen nach einem neuen Geschäftsführer

Jochen Schweizer bekommt seine eigene TV-Show. Der Unternehmer erklärt, warum „Der Traumjob“ nichts mit üblichen Reality-Formaten zu tun hat.
Update: 07.04.2018 - 11:40 Uhr Kommentieren

MünchenSo viele Abenteuer gibt es für den Ex-Stuntman und Extremsportler Jochen Schweizer nicht mehr auf dieser Welt. „Ich bin 60 Jahre alt und über viele Meere gesegelt“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Doch eine Herausforderung habe er nun entdeckt: Eine eigene TV-Show nach einem ganz neuen Konzept.

Die Dreharbeiten für das neue Format „Der Traumjob“, das bei Pro Sieben laufen soll, starten im Sommer. „Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit groß, zu scheitern, dennoch bin ich vom Erfolg des Konzepts überzeugt.“ Risiken habe er ja noch nie gescheut. „Mich reizt die Expedition ins Ungewisse.“

Wie schwierig eine eigene TV-Show ist, bekommt ja gerade Unternehmer Carsten Carsten Maschmeyer zu spüren. Gemeinsam mit Schweizer saß er zeitweise in der Jury der überaus erfolgreichen Start-up-Show „Die Höhle der Löwen“. Doch Fernseherfolge sind nicht leicht zu klonen. Maschmeyers Show „Startup!“ startete mau, teilweise saßen weniger als eine Million Zuschauer vor den Fernsehgeräten.

Maschmeyer, der ein wenig steif durch die Sendung führt, musste im Internet viele spöttische Kommentare einstecken. Um das ganze ins Positive zu drehen, schrieb der Unternehmer sogar 10.000 Euro Preisgeld für den „bissigsten Kommentar zur Sendung“ aus.

Schweizer will die Show seines Mitjurors nicht kommentieren. Doch betont er, er mache weder ein Gründerformat noch eine Start-up-Show, sondern ein ganz neues „Management-Casting-Format“. Der Sieger soll einen Geschäftsführerposten in einem der Unternehmen von Jochen Schweizer bekommen – sechsstelliges Jahresgehalt inklusive.

Schweizer betont die Seriosität des Projekts. „Wir machen überhaupt keinen Klamauk.“ In die Sendung kämen nur hochkarätige Kandidaten, die zuvor ein „hochseriöses Bewerbungsverfahren“ durchlaufen hätten. In der Sendung werde niemand vorgeführt. Ihm gehe es darum, potenziellen Leistungsträgern auf den Zahn zu fühlen.

Ein wenig Nervenkitzel wird in der Show mit dem passionierten Fallschirmspringer Schweizer bei Stationen in der ganzen Welt aber wohl dabei sein. Schließlich will der Unternehmer ja testen, ob die Kandidaten bereit sind, über sich hinauszuwachsen. „Ich werde ihnen helfen, ihre Ängste zu überwinden und ihr Potenzial zu zeigen.“

Schweizer ist ja schon so etwas wie ein alter TV-Hase. Als Juror bei der „Höhle der Löwen“ erhöhte er die Bekanntheit seines Abenteuergutschein-Geschäfts deutlich. Das zahlte sich auch für ihn persönlich aus: Für rund 100 Millionen Euro verkaufte er das Geschäft mit den Erlebnisgutscheinen an den TV-Konzern Pro Sieben Sat 1. 80 Millionen Euro flossen auf sein Konto. Dazu kamen weitere 17 Millionen Euro, die er direkt in die neue Holding investierte, in der ProSiebenSat.1 das Gutscheingeschäft von Jochen Schweizer mit der eigenen Mydays zusammenfasste.

Irgendwann stieg Schweizer bei der „Höhle der Löwen“ aus. Das TV-Engagement kostete viel Zeit und Dreharbeiten viel Geduld – nicht unbedingt die Stärke des umtriebigen Abenteurers. Nun aber ist er bereit für die nächste Sendung und beteuert: „Wie ein guter Wein bin ich gereift und habe mehr Geduld!“

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Schweizer machte aus dem Nervenkitzel ein Geschäft
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