Family Governance Kodex
Anleitung zum professionellen Handeln

Klare Spielregeln sind in einem Familienunternehmen wichtiger als in einer reinen Kapitalgesellschaft. Der Family Governance Kodex ist im Grunde ein Katalog der häufigsten Versäumnisse in Familiengesellschaften, denn nicht selten führen Konflikte bei schlechter Family Governance in den Ruin.

HB HANAU. Jürgen Heraeus, Aufsichtsratsvorsitzender der Heraeus Holding GmbH, sieht den „Governance Kodex“ für Familienunternehmen recht nüchtern: „Gut geführte Unternehmen haben immer eine starke Family Governance gehabt, ob in stillschweigender Übereinkunft oder in festgeschriebenen Regeln. Und das Ziel war immer, dem Unternehmen ausreichende Bewegungsfreiheit zu sichern“, relativiert er die Notwendigkeit des Regelwerks (www.kodex-fuer-familienunternehmen), an dem er selbst engagiert mitgewirkt hat.

Und: „Hätte der Kodex schon bestanden und wäre er verbindlich gewesen, dann wären Unternehmen wie Aldi, Tengelmann, Würth oder Trigema wahrscheinlich nie entstanden, Unternehmen, die geprägt wurden von Gründern, Inhabern, Patriarchen, Tyrannen.“ Dennoch ist der langjährige Chef und heutige Oberaufseher des Hanauer Familienkonzerns Heraeus mit seinen mehr als hundert Töchtern und Beteiligungen überzeugt von der Notwendigkeit eines solchen Kodex.

Für ihn sind klare Spielregeln in einem Familienunternehmen wichtiger als in einer reinen Kapitalgesellschaft: „Im Familienunternehmen ist alles noch viel komplexer. Da werden aus Eigentum Ansprüche hergeleitet, Verpflichtungen aber leicht übersehen. Und da geht es oft sehr emotional um Macht, Geld, Liebe, Neid und Eifersucht, eine Gemengelage, die bei schlechter Family Governance mit Sicherheit in den Ruin führt. Zur Auflösung dieser Komplexität kann der Kodex beitragen.“

Den Unterschied zum Deutschen Corporate Governance Kodex arbeitet Peter May klar heraus, unter dessen Ägide die Familien-Spielregeln entstanden: „Während es beim Cromme-Kodex primär darum geht, ein anonymes Anlegerpublikum vor Unfähigkeit und Willkür in Vorstand und Aufsichtsrat zu schützen, stellt sich in Familienunternehmen die umgekehrte Frage, wie ein Unternehmen im Bedarfsfall vor seinen Eigentümern geschützt werden kann.“ Nach Ansicht des Chefs des Bonner Beratungsunternehmens Intes Akademie für Familienunternehmen GmbH scheitern viele dieser Unternehmen am „unprofessionellen Handeln ihrer Gesellschafter“.

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