Family-Offices
Reiche Familien investieren

Family-Offices nutzen die Krise für direkte Beteiligungen an Unternehmen: Nach den teils kräftigen Wertverlusten bei alternativen Anlagen bevorzugen sie nun oft das direkte Investment. Bei den Unternehmen werden Family-Offices in der Regel lieber gesehen als Private Equity.

FRANKFURT. Die Finanzkrise hat bei reichen Familien zu einem Umdenken geführt. Immer häufiger tauchen deren private Vermögensverwalter - sogenannte Family-Offices - als direkte Käufer von Unternehmen auf. Auch beim vor dem Verkauf stehenden schwäbischen Pistenfahrzeughersteller Kässbohrer haben bereits einige der privaten Vermögensverwalter angeklopft. Der Marktführer wird derzeit an der Börse immerhin mit gut 140 Mio. Euro bewertet.

"Family-Offices sind eine neue Kundengruppe, die zunehmendes Gewicht bei Fusionen und Übernahmen erhalten", sagt Hermann Prelle, Ko-Chef des europäischen Investment-Bankings von UBS. In der Vergangenheit sei eher auf Private-Equity- und Hedge-Fonds als Alternative zu Aktien und Anleihen gesetzt worden. Nach den teils kräftigen Wertverlusten auch bei alternativen Anlagen werde nun aber oftmals das direkte Investment bevorzugt. Diesen Trend bestätigt auch Stephan Eilers, Partner bei der Sozietät Freshfields Bruckhaus Deringer: "Wir stellen gerade bei Family Offices momentan einer Art Flucht in die reale Geldanlagen fest."

Family-Offices schätzen die Anonymität - nur die prominentesten tauchen in der Presse auf. Hierzu zählen die Eigentümer-Familien des Duisburger Haniel-Konzerns, die BMW-Erben Quandt, die Hexal-Gründer Andreas und Thomas Strüngmann oder die Hamburger Tchibo-Familie Herz. Hinzu kommen auf internationaler Ebene zahlreiche schwerreiche Dynastien, die zuletzt häufig vom Rohstoff-Boom der vergangenen Jahre profitieren konnten - und nun nach Anlagemöglichkeiten suchen.

Ihre Finanzkraft ist nicht zu unterschätzen. "Es dürfte in Deutschland etwa 20 bis 30 Family-Offices geben, die zu größeren Unternehmenskäufen oder-beteiligungen bereit sind", erläutert Christoph Achenbach, Chef der auf Familienunternehmen spezialisierten Beratungsgesellschaft Intes. "Zum Teil können hier relativ schnell einige 100 Mio. Euro mobilisiert wrden."

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