Fast Close Wettbewerbsvorteil durch schnellen Jahresabschluss

Der Jahresabschluss ist nach wie vor die wichtigste Grundlage für die Bewertung der Bonität des Kunden durch die Kreditgeber. Viele Banken klagen dabei nicht nur über die mangelnde Qualität, sondern darüber, dass die Jahresabschlüsse viel zu spät vorgelegt werden.

Bei manchem Mittelständler dauert dies oft über anderthalb Jahre – zu lang, um sich ein aktuelles Bild machen zu können. Als Konsequenz stufen die Banken die Bonität des Kunden herab oder versagen sogar den Kredit.

Damit kann der so genannte Fast Close – die beschleunigte Erstellung des Jahresabschlusses – zum strategischen Wettbewerbsvorteil im Mittelstand werden. Ein Grossteil der börsennotierten Unternehmen nutzt diese Methode schon jetzt, um die Anforderungen der Kapitalmärkte zu erfüllen. Zum Vergleich: Die amerikanische Börsenaufsicht zwingt zur Veröffentlichung des Jahresabschluss 60 Tage nach Ablauf des Geschäftsjahres. Für große deutsche Kapital- und Personengesellschaften gilt eine Frist von 12 Monaten.

Der Fast Close spiegelt das Verständnis der US-amerikanischen Rechnungslegungswelt von entscheidungsrelevanten Informationen wieder - die im Abschluss vermittelten Informationen müssen nicht nur inhaltlich verlässlich, sondern auch zeitnah sein. Dieser Grundsatz stand auch bei Basel II Pate, die Kapitalgeber drängen auch bei Mittelständlern auf schnelle Informationen.



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Die Umstellung des Unternehmens auf einen Fast Close ist ein komplexer Prozess, der von der Geschäftsführung unterstützt und koordiniert werden muss. Denn ein beschleunigter Abschluss ist kein einmaliges Ereignis sondern ein laufender Prozess, der eine gleichmäßigere Verteilung aller dafür notwendigen Arbeiten über das gesamte Geschäftsjahr erfordert. Grundlage für eine erfolgreich beschleunigte Abschlusserstellung ist die Optimierung der Informationen, der Prozesse sowie der Systeme des Unternehmens.

Wichtigste Voraussetzung für den Fast Close ist eine schnellere Datenbeschaffung, um zum Bilanzstichtag möglichst alle relevanten Informationen vorliegen zu haben. Dazu gehört zum Beispiel die Verlagerung der Inventur in das Geschäftsjahr, die regelmäßige Kontenabstimmung insbesondere innerhalb von Konzernen, die stetige Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs bei Forderungen und die Anpassungen von Zeitverträgen an das Geschäftsjahr.

Zweitens muss die Ablauforganisation im Unternehmen optimiert werden. Hierbei wird der Produktivitätsgedanke in das Finanz- und Rechnungswesen eingeführt. Eine deutlich frühere Bereitstellung von Abschlussinformationen setzt aber auch die Optimierung von Prozessen in weiteren Bereichen wie z. B. im Controlling, operativem Geschäft, IT, Steuern und Recht voraus. Ziele der Prozessoptimierung sind eine weitestgehende Vereinfachung und Automatisierung der Arbeitsprozesse, die Verringerung manueller Tätigkeiten und eine dadurch reduzierte Fehlerhäufigkeit. In Konzernen sind die Abstimmungsprozesse zwischen den Gesellschaften zu vereinfachen und zu vereinheitlichen.

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