Fast-Pleite der IKB
Mittelständler sollen zahlen

Die Rettungsaktion der Mittelstandsbank IKB wird wohl teurer als erwartet: Bislang hat die bundeseigene KfW-Bankengruppe Entwarnung gegeben und den Eindruck erweckt, die Fast-Pleite bei ihrer Düsseldorfer Beteiligung habe keine schwerwiegenden Folgen. Den Kunden drohen nun höhere Zinsen.
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Sowohl im Bundeswirtschaftsministerium als auch in der Unions-Fraktion gibt es Hinweise darauf, dass KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier die Kosten zur Finanzierung ihrer Rettungsaktion für die IKB an die Kunden weiterreichen wird. Die KfW hatte mit 2,5 Milliarden Euro fast die Hälfte ihres 5,3 Milliarden Euro dicken Risiko-Fonds geopfert.

Und nach Informationen des Wirtschaftsausschusses im Bundestag könnten die Hilfen unterm Strich sogar knapp vier Milliarden Euro betragen. Zudem sei wohl eine Wertberichtigung im dreistelligen Millionenbereich bei IKB-Anteilen fällig. Die Experten des Wirtschaftsministeriums, das im KfW-Verwaltungsrat vertreten ist, erwarten nun, dass die KfW vor allem für Darlehen an Mittelständler mehr verlangen wird. „Die Zinsen könnten schnell einen Prozentpunkt höher werden“, sagt ein Insider. Die KfW will zwar weder die Höhe der Ausfälle noch Pläne für eine Zinserhöhung bestätigen.Doch Kennern zufolge hat KfW-Chefin Matthäus-Maier keine andere Möglichkeit, die Ausfälle auszugleichen. Im Wirtschaftsausschuss des Bundestags sorgen solche Überlegungen bereits für Protest. Der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Fraktion, Michael Fuchs, fordert Bundesfinanzminister Peer Steinbrück jetzt auf, sicherzustellen, „dass die Struktur der Mittelstandsförderung nicht unter den Risiken des IKB-Engagements leidet“. Der Mittelstand dürfe nicht „mit höheren Zinsen die Zeche für die Fehler des KfW-Managements zahlen“.

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