Faustregel in Krisenzeiten: Liquidität vor Rentabilität
Schlechte Zahlungsmoral setzt Kleinbetriebe unter Druck

Immer mehr kleine und mittelgroße Betriebe wenden sich nach Erkenntnis der Hamburger EOS-Gruppe zur Abwicklung ihrer Forderungen an spezialisierte Dienstleistungsunternehmen.

HB HAMBURG/BERLIN. „Auch Betriebe, die selbst in Zahlungsschwierigkeiten stecken, nehmen professionelle Dienstleister in Anspruch“, sagte Geschäftsführer Jürgen Sonder. Großunternehmen haben im Zuge von Outsourcing-Strategien solche Aufgaben laut Sonder schon vor Jahren ausgegliedert.

Zu EOS gehört auch die Wirtschaftsauskunftei Bürgel, die jüngst mit 32 060 Insolvenzanträgen im 1. Halbjahr einen Boom bei Privatleuten, Selbstständigen und Kleinbetrieben ermittelte. „In rund 3,3 Millionen Kleinunternehmen liegt die Eigenkapitalquote unter zehn Prozent“, berichtete Sonder. Werden Forderungen nicht beglichen, wachse in diesen Unternehmen der „operative Druck“, sagte der Manager. „Für den Mittelstand gilt in Krisenzeiten nach wie vor die Faustregel: Liquidität vor Rentabilität.“

Um als Unternehmer bei Kasse zu bleiben, sind nach Angaben von Sonder „zeitnahe Mahnungen“, Informationen über die Bonität des Kunden und eine stetige Kontrolle unabdingbar. Doch nicht jeder Kleinbetrieb hat dafür die Kapazitäten. Wird es finanziell eng, fällt oftmals auch die bis dato kreditgebende Bank aus, die im Rahmen von Basel II ebenfalls strengere Maßstäbe an die Bonität ihrer mittelständischen Kunden legen muss. „Ist das Forderungsmanagement dann in professionellen Händen, könnte die Bank zu einer besseren Bewertung des Mittelständlers kommen“, erläuterte Sonder.

Alternative Finanzierungsformen wie Forderungskauf, Leasing und Factoring stellen Vertreter der EOS-Gruppe bei einem zweitägigen Kongress in Berlin vor. Von diesem Mittwoch an diskutieren Unternehmer, Wissenschaftler und Finanzexperten auch über Risikomanagement und die Auswirkungen der Bankenrichtlinien Basel II.

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