Fensterbauer
Von Krise nichts zu spüren

Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung zur energetischen Sanierung von Gebäuden beschert der Branche einen Aufschwung ohne Gleichen. Überstunden und Samstagseinsätze sind an der Tagesordnung. Familienbetrieb Hirzinger profitiert vom allgemeinen Trend.
  • 0

WILLSTÄTT. Von Krise keine Spur? Unvorstellbar? Doch, so etwas gibt es tatsächlich, bei den Fensterbauern in Deutschland zum Beispiel. Sogar Überstunden und Samstagseinsätze sind an der Tagesordnung. "Wir kommen mit der Arbeit kaum nach und suchen händeringend neue Mitarbeiter", beschreibt Firmenchef Helmut Hilzinger die Auftragslage des gleichnamigen Fensterbauunternehmens. Das Auftragsplus am Standort Willstätt bei Kehl betrug bereits im ersten Halbjahr knapp 20 Prozent. Grund für den Boom sind die Förderprogramme der Bundesregierung für die energetische Sanierung von Gebäuden. "Die Anfragen und Aufträge im Bereich der Schulen und öffentlichen Gebäude nehmen zu", sagte Hilzinger dem Handelsblatt. Der Familienunternehmer investiert daher rund zwei Millionen Euro in den Aufbau neuer Kapazitäten.

Im Jahr 1946 wurde die Firma Hilzinger als kleine Glaserei vom Vater des heutigen Inhabers gegründet. Glaser- und Schreinerarbeiten an Holzfenstern wurden damals erledigt. Angegliedert war ein heute noch, allerdings unter anderer Geschäftsführung existierendes Bestattungsunternehmen. Die Region direkt am Rande des Schwarzwaldes ist traditionell Sitz der Holzverarbeiter. Erst 1974 stellte der damals noch sehr junge Glasermeister Helmut Hilzinger auf die Produktion von Kunststofffenstern um und brach mit der Tradition.

Mit Erfolg: Den Umsatz von zuletzt 113,8 Mio. Euro mit 690 Beschäftigten europaweit will Hilzinger in diesem Jahr überschreiten. Angepeilt werden über 120 Mio. Euro mit dann über 700 Beschäftigten in der Gruppe. 2008 verließen 370 000 Fenster die Werke. Hilzinger erreicht nach eigenen Angaben eine Umsatzrendite von sechs Prozent in der Gruppe. "Wir skontieren alle Rechnungen und können uns auch mit einer Eigenkapitalquote von 70 Prozent sehen lassen."

Für die Nachfolge ist auch gesorgt. Der älteste von drei Söhnen Hilzingers arbeitet bereits im väterlichen Betrieb. Die beiden anderen bleiben dem Handwerk treu und lernen Glaser und Fensterbauer.

Seite 1:

Von Krise nichts zu spüren

Seite 2:

Kommentare zu " Fensterbauer: Von Krise nichts zu spüren"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%