Fernziel Börse
Käpt'n Iglo ist wieder auf gutem Kurs

Die Horrorvisionen bei Iglo gingen nicht in Erfüllung - stattdessen zeigt der Fischstäbchenhersteller unter Finanzinvestor Permira sogar bessere Zahlen. Nun hat Iglo Großes vor und wagt einen riskanten Kurs.
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DüsseldorfKäpt’n Iglo verdrängt Verona Pooth. Künftig macht der vollbärtige Seemann Werbung für alle Produkte des Tiefkühlherstellers – auch für den Rahmspinat mit dem „Blubb“. Doch das ist nur die sichtbarste Änderung. Was sich noch getan hat, seitdem der Finanzinvestor Permira den Fischstäbchenhersteller von Unilever übernommen hat, zeigen deutlich bessere operative Zahlen. Fernziel: Käpt’n Iglo könnte einmal Kurs auf die Börse nehmen.

Der operative Gewinn der Gruppe um Iglo und die britische Marke Bird’s Eye stieg 2010 auf 183 Millionen Euro – ein Plus von fast 41 Millionen Euro. Das zeigen Zahlen, die das Unternehmen heute veröffentlichen will. Zugleich sind die Nettofinanzierungskosten jedoch um fast 34 Millionen Euro auf 253 Millionen gestiegen. Vor Steuern fiel daher insgesamt ein Verlust von knapp 70 Millionen Euro an – nach 77 Millionen Euro im Vorjahr. Eine für die kommenden Wochen geplante Umschuldung solle die Belastung in den kommenden Wochen allerdings jährlich um einen zweistelligen Millionenbetrag senken, sagte Iglo-Deutschland-Chefin Martina Sandrock dem Handelsblatt.

Die Schulden stammen zu einem Großteil aus der Übernahme durch den Finanzinvestor Permira im Jahr 2006. Der Investor belastet üblicherweise das gekaufte Unternehmen mit einem Teil des Kaufpreises. Anschließend strukturiert er das Unternehmen um. Ziel: ein teurerer Weiterverkauf oder ein Börsengang. In der Zwischenzeit nimmt er hohe Finanzierungslasten in Kauf.

Für das Deutschland-Geschäft nennt Sandrock ein zweistelliges Ergebniswachstum unter dem Strich. 2009 lag es laut Bundesanzeiger nach Steuern bei 19,7 Millionen Euro. Allerdings kommen die Zinslasten erst auf Gruppenebene dazu. Der deutsche Umsatz des eigenen Markengeschäfts sei um elf Prozent auf 289 Millionen Euro gewachsen, sagte die Managerin. Im Bundesanzeiger veröffentlichte Daten für 2009 weisen einen Deutschland-Umsatz von knapp 309 Millionen Euro aus. Damals produzierte Iglo auch noch Baguettes für den Konkurrenten Dr. Oetker. Die Bielefelder haben die Produktion jedoch inzwischen ins eigene Werk verlagert, Iglo stellt auf den Maschinen jetzt eigene Produkte her.

Die Trennung von der Ex-Mutter Unilever 2006 habe Iglo genützt, meint Sandrock: „Iglo gehörte bei Unilever nicht zum Kerngeschäft.“ Für ein Finanzinvestor-getriebenes Unternehmen eher ungewöhnlich: Sandrock hat seit der Übernahme des Chefpostens vor eineinhalb Jahren die Zentrale in Hamburg ausgebaut. Auch der externe Außendienst beschäftigt jetzt mehr Leute.

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