Finanzierung
Die Auswahl der richtigen Bank

Mit der Bonitätsprüfung nach Basel II legen die Banken strenge Maßstäbe an die Auswahl ihrer Kunden an. Das Unternehmen über Kredite zu finanzieren, ist schwieriger geworden. Doch auch der Unternehmer muss überlegen, welche Bank zu ihm passt.

HB NÜRNBERG. Dabei muss er einerseits die Geschäftsphilosophie der Bank kennen. Denn im Rahmen der geschäftspolitischen Leitlinien können sich Konditionen und Leistungen erheblich ändern und einer partnerschaftlichen Beziehung im Wege stehen. Andererseits sollte sich der Unternehmer bei der Auswahl von seinen Ansprüchen leiten lassen, d.h. kann die Bank das leisten, was ich mir vorstelle, passen auch die Konditionen?

Erster Ausgangspunkt ist die Größe des Unternehmens. Ein Mittelständler mit 5 bis 10 Mill. Euro Umsatz und einem Kreditvolumen von 100 000 bis 200 000 Euro kann bei einer Sparkasse oder Genossenschaftsbank gut aufgehoben sein. Erst ab 10 bis 20 Mill. Euro Umsatz kann ein großes Kreditinstitut die richtige Wahl sein. Zweitens sind die Verantwortlichen vor Ort entscheidend. Wie ist die Filiale aufgestellt? Wer ist mein Ansprechpartner? Versteht er mein Geschäft? Wie häufig wechselt das Personal? Der Unternehmer muss zur Hausbank eine vertrauensvolle Geschäftsbeziehung aufbauen.

Mit Basel II wird zudem die Branche immer wichtiger. Versteht die Bank etwas von meiner Branche? Kann sie meine Geschäftschancen und -risiken richtig einschätzen? Nehmen wir das Beispiel Facility-Management: Während die Branche boomt, erhielt ein erfolgreiches Unternehmen in Bayern ein schlechtes Rating, weil es zur Baubranche gerechnet wurde. Weil die Bank das Geschäft des Kunden nicht verstand, erhielt er keinen Kredit.

Wichtiges Unterscheidungskriterium bleibt zuletzt die Internationalität. Viele deutsche Unternehmen wachsen nur noch im Ausland. Neben den deutschen Banken haben sich internationale Großbanken auf die Finanzierung im Ausland spezialisiert. Die Bank muss den Markt und die Chancen des Unternehmens vor Ort einschätzen können. Deshalb ist ihre Präsenz im Zielland wichtig. Hinzu kommt, dass die Bank Kontakte zu Geschäftspartnern oder der Finanzverwaltung herstellen kann.

Als solide Basis für die Finanzierung hat sich die Verbindung eines ortsansässigen Instituts mit einer überregionalen Kreditbank oder einer auf die Branche spezialisierten Privatbank erwiesen – also einer Hausbank, erweitert um eine zweite Bank.

Wolfgang Kraus ist Geschäftsführender Partner bei Rödl & Partner

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