Finanzierung
Engpass im Mittelstand

Noch fließen die Mittelstandskredite. Aber es droht Gefahr, dass sie teurer werden. Und Instrumente wie Anleihen, Börsengänge oder Mezzanine-Finanzierungen stoßen derzeit auf geringes Interesse.

Trotz Finanzkrise: Herrliche Zeiten für mittelständische Schuldner. Für bestehende Kredite mit Laufzeiten von über fünf Jahren zahlten sie bisher nur 0,1 Prozentpunkte mehr als 2005, dem Beginn der Leitzinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Jetzt könnten Kredite teurer werden. Denn die EZB setzt knallhart auf Zinserhöhungen, im September könnte es soweit sein. Was heißt das aktuell für Mittelständler?

Klassische Finanzierung: Noch werden die Schuldner, so die Recherchen der Wirtschaftswoche, ohne erschwerte Bedingungen bedient. Bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), einem der größten Mittelstandsfinanzierer "ist das Geschäft nicht eingeschränkt, wir haben keine Vorgaben geändert", sagt Nicole Fabig-Grychtol, Leiterin Produktmanagement und Vertriebssteuerung für Unternehmenskunden. Das gilt vor allem für die traditionelle Mittelstandsfinanzierung, also neben Bankkrediten das Leasing und den Verkauf von Forderungen (Factoring).

Kapitalmarktorientierte Finanzierung: Bei Börsengängen und Anleihe-Emissionen sind Auswirkungen der Finanzmarktkrise spürbar. Börsengänge sind für Mittelständler auch in ruhigen Zeiten eher die Ausnahme, ebenso Anleiheemissionen. Da sich selbst Daueremittenten auf den Rentenmärkten aktuell zurückhalten, bleiben mögliche Emissionsvorhaben von Mittelständlern in der Schublade.

Mezzanine-Finanzierungen, also die Kombination von Eigen- und Fremdkapital sind aktuell keine Zuflucht: Sie sind als Nachrangkapital teurer als der Bankkredit und werden vom Mittelstand verschmäht. Selbst ABS-Finanzierungen stehen bei der LBBW weiter im Angebot für Mittelständler. Doch diese in Anleihen verbrieften Forderungen (Asset Backed Securities) waren die Ursache der aktuellen Krise. Es gibt kaum Abnehmer mehr für sie.

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