Finanzierung im Mittelstand
Mezzanine – etwas zum Essen?

Der Ton zwischen Hausbank und Unternehmen wird rauer. Firmenlenker müssen daher neue Wege gehen, um sich Geld für Wachstum und mehr Eigenkapital zu verschaffen. Scheidet der Bankkredit als Finanzierung aus, bleiben oftmals nur alternative Lösungen wie Mezzanine. Doch viele Unternehmer trauen diesen Geldquellen nicht – meist aus Unwissenheit.

DÜSSELDORF/ESSEN. Derzeit steht durch Private Equity- und Mezzanine-Finanzierung freies Kapital wie selten zuvor zur Verfügung, das zudem oft bevorzugt in mittelständische Firmen investiert wird. Doch viele Unternehmer zögern – wie auch beim jüngsten Mittelstandstag Nordrhein-Westfalen in Essen deutlich wurde. „Mezzanine, ist das etwas zum Essen?“, fragte ein Unternehmer in eine Gesprächsrunde. Spaß oder tatsächliche Unwissenheit? Auf jeden Fall zeigt die Reaktion, dass beim Thema Mittelstandsfinanzierung noch Aufklärungsbedarf besteht.

Was an vielen Stellen als bekannt vorausgesetzt wird, löst vor allem bei Unternehmern mit kleinerer Betriebsgröße Schulterzucken aus. „Unsere Ansprechpartner bei den Banken sind jung, unerfahren und nerven uns erst einmal mit ihrer eigenen Vita“, kritisierte der Geschäftsführer eines Autohandels aus Mönchengladbach den Vortrag eines Bankers. „Wie kann da Vertrauen geschaffen werden?“

Kompliziert wird es auch, wenn Vorstöße der „zweiten Ebene" immer wieder vom beratungsresistenten Chef abgewälzt werden. „Mezzanine, das kommt für unseren Chef gar nicht in Frage“ – lautete der Kommentar einer leitenden Mitarbeiterin auf der Tagung.

Dabei wird es für die Firmen Zeit, sich nach Alternativen zum klassischen Bankkredit umzusehen. Benötigt werden vor allem jene Finanzierungsquellen, die nicht nur für die nötige Liquidität sorgen, sondern gleichzeitig auch die Eigenkapitalausstattung des Unternehmens verbessern. Verschärft wird die Situation durch Basel II. Die Richtlinien zur Kreditvergabe werden spätestens ab 2007 die Finanzierung vieler mittelständischer Unternehmen erschweren. Die Kreditwürdigkeit des Unternehmens (Bonität), die Höhe des Eigenkapitals und die Transparenz in der Bilanz werden darüber entscheiden, ob und zu welchen Zinssätzen kleinere und mittlere Unternehmen noch Kredite von der Bank bekommen - wenn sie überhaupt gewährt werden.

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Die entscheidende Messlatte ist und bleibt die so genannte Eigenkapitalquote, also das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme eines Unternehmens. Als Faustregel gilt, dass sie mindestens 20 Prozent betragen sollte. Doch das ist ein frommer Wunsch - in Wirklichkeit ist die Finanzdecke der meisten Mittelständler bedrohlich dünn. Nach Berechnungen der Bundesbank liegt die mittelständische Eigenkapitalquote bei gerade 13,6 Prozent. Der Sparkassen- und Giroverband sieht sie sogar nur bei sieben Prozent.

Um die Eigenkapitalquote zu erhöhen, stehen dem Mittelstand mittlerweile eine Reihe von Lösungen zur Verfügung. Doch viele Unternehmer sehen ihnen unbekannte Finanzierungsformen äußerst kritisch. Auch fehlt meistens eine Vorstellung davon, welche Eigenkapitalstrukturen zum Unternehmen passen würden.

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