Finanzierung
KfW-Bankengruppe fördert Projekte in Osteuropa

Wer finanzielle Unterstützung für sein Engagement in Osteuropa sucht, stößt schnell auf einen alten Bekannten: Die KfW-Bankengruppe ist in vielen Ländern Osteuropas aktive und hilft Selbstständigen und Mittelständlern mit maßgeschneiderten Krediten.

HB FRANKFURT/KIEW. Wer beim Möbelhaus Ikea ein „Billy“-Regal kauft, der könnte Furnierholz aus der Ukraine im Wohnzimmer stehen haben. Holz, das aus einer Fabrik in Kiew stammt, die von der deutschen KfW-Bankengruppe gefördert wird. Der Unternehmer Bert Overlack aus Rastatt (Baden-Württemberg) produziert in Kiew seit sechs Jahren Furnierholz, das in die ganze Welt verschickt wird. An seiner Firma Ukrspon ist die staatseigene KfW über ihre Tochter DEG mit 20 Prozent beteiligt. „Ohne diese Hilfe hätten wir die Sache nicht in Angriff genommen“, sagt Overlack. „Bei dem unzuverlässigen Regierungssystem der Ukraine braucht man einen starken Partner.“

In vielen Ländern Osteuropas ist die ehemalige Kreditanstalt für Wiederaufbau aktiv und unterstützt den Übergangsprozess von der staatlich gelenkten Wirtschaft zur privaten Marktwirtschaft. Das große Förderinstitut unterstützt auch die Gründung eines Bankenmarkts nach westlichem Vorbild, den Ausbau der Infrastruktur und die Landwirtschaft - also fast alle Bereiche.

„Hilfestellung gibt es überall da, wo sie nötig ist“, sagt die designierte KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier, die im Oktober Hans Reich an der Spitze der Bank ablöst. „Wir sind Förderer und wir sind Banker.“ Im „Transform“-Programm hat die KfW-Entwicklungsbank für mehr als 200 Projekte in der Ukraine knapp 150 Mill. Euro bereitgestellt.

So wurde aus einem Kombinat, das von Möbeln bis Spanplatten alles produzierte, ein modernes Werk mit 200 Mitarbeitern, in dem nur Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern gesägt wird. Buche, Eiche und Esche liefert Overlack nach eigenen Angaben an Ikea. Der Unternehmer kaufte mit einem Darlehen der DEG von 1,5 Mill. Euro einen modernen Heizkessel für Holz, um von den rasant steigenden Ölpreisen unabhängig zu werden.

Aber nicht nur Mittelständler, sondern auch Großunternehmen profitieren von dem KfW-Engagement. Die Brauerei Obolon wurde 1993 als eines der ersten Unternehmen in der Ukraine privatisiert und ist heute mit 310 Mill. $ Umsatz der größte Getränkehersteller des Landes. Für moderne Kessel und Abfüllanlagen - die zum Teil aus Deutschland stammen - brauchte die Brauerei Geld. Keine einfache Sache in einem Land, dessen Bankensystem laut KfW auch heute „trotz großer Fortschritte bei weitem noch nicht internationalen Maßstäben entspricht“. Kredite gibt es häufig nur zu Horrorzinsen. Von der KfW IPEX-Bank erhielt Obolon im Lauf der Jahre niedrigverzinste Darlehen in Höhe von 43 Mill. Euro. „Dank dieser Investitionen können wir solide Gewinne erwirtschaften“, sagt der Vorsitzende des Aktionärsrates Sergij Blotschanewitsch.

Vor allem der Markt der Kleinkredite wächst in der Ukraine. Die KfW ist über eine Holding an der Pro-Credit-Gruppe beteiligt. Diese „Bank der kleinen Leute“ vergibt Mikrokredite an Kleinunternehmer und will ihr Kreditportfolio in diesem Jahr von 1,5 auf zwei Mrd. Euro ausbauen. Oft sind es nur Mini-Summen von umgerechnet 50 Dollar, mit denen Unternehmer den Sprung in die Selbstständigkeit wagen. „Die Leute eröffnen ein Café oder eine Bäckerei, sie lassen Handy-Taschen nähen oder kaufen sich einen größeren Marktstand“, sagt Dirk Haböck, Geschäftsführer der ProCredit-Bank in der Ukraine. „Wir nehmen den kleinen Kunden ernst.“ Abgelehnt würden nur zehn bis zwanzig Prozent der Anträge. KfW-Vorstand Matthäus-Maier sagt voller Stolz: „Die KfW ist der größte Mikrofinanzierer der Welt.“

www.kfw.de

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