Finanzierung neuer TV-Angebote
Reiche Engel fürs Fernsehen

Ein Großteil der Programme, die eine Zulassung haben, scheitern, bevor sie überhaupt je etwas gesendet haben. Probleme bereitet immer wieder die Finanzierung, denn der Betrieb eines Senders kostet mehrere Millionen im Jahr. Hier springen so genannte Business-Angels und Wagniskapitalgeber in die Bresche.

FRANKFURT. Begonnen hatte alles 2005 mit einer Power-Point-Präsentation – wenige Monate später ging die Job TV 24 GmbH schon auf Sendung. Heute ist der Spartensender ein Jahr am Markt. Die Geschäftsidee: ein Stellenmarkt mit Unternehmens-Videos, gesendet über Astra und abrufbar im Internet.

Die Finanzierung war ein Wagnis für insgesamt 14 Business-Angels und Risikokapitalgeber, die als Gesellschafter in das Unternehmen eingestiegen sind. So genannte Business-Angels unterstützen junge Unternehmen in der Regel mit Rat und Geld. „Kredite kamen in der Frühphase nicht in Frage, ich bin erst gar nicht zur Bank gegangen“, sagt Gründer und Geschäftsführer Rainer Zugehör.

Die RM Beteiligungsverwaltung GmbH leistete 2005 die Anschubfinanzierung in der Gründungsphase. Danach erwarben Privatpersonen, Business-Angels und Risikokapitalgesellschaften Unternehmensanteile via Kapitalerhöhung. 2006 erfolgte dann die erste klassische Venture-Capital-Finanzierung durch die Aurelia Private Equity GmbH. In den drei Finanzierungsrunden konnte Zugehör für sein Konzept Eigenkapital in siebenstelliger Höhe einsammeln.

Größter Einzelinvestor ist zwar Zugehör selbst – doch Herr im Hause ist er nicht: Alle 14 Gesellschafter haben je nach Höhe Ihrer Einlage Mitspracherechte. Das ist bisher kein Problem; über die Strategie ist man sich einig.

Die Liste der Investoren liest sich wie ein „Who is Who“ der Medien- und Computerbranche. Beteiligt sind etwa die TT-Studios von Ex-RTL-Chef Helmut Thoma sowie Christian Mangst von Sicherer, früherer CEO von Scout 24. Zugehör selbst hält 25 Prozent der Anteile. „Anteilsstrukturen wie diese sind in der Branche durchaus üblich, um das hohe Risiko zu streuen“, sagt Bernd Malzanini, Leiter der Geschäftsstelle der KEK (Kommission zur Ermittlung der Konzentration in der Medienbranche) in Potsdam. Bei Job TV 24 sei die Konzentration kein Problem, schwieriger sei es für mittelständische TV-Start-ups dagegen, Rendite zu erwirtschaften.

Um eine Zulassung durch die Landesmedienanstalten zu erhalten, muss der TV-Gründer/Betreiber ein Finanzierungskonzept nachweisen – doch ein Großteil der Programme, die eine Zulassung haben, scheitern, bevor sie überhaupt je etwas gesendet haben. „Der Betrieb eines Senders kostet mehrere Millionen Euro im Jahr, einschließlich der Miete für Satellitenkapazitäten. Die Crux aber ist, dass die Zuschauer unter der Vielzahl der Programme das betreffende oftmals nicht finden“, erklärt Malzanini.

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