
KÖLN. Auch in Richtung der kleinen und mittleren Unternehmen fließen im Krisenjahr 2009 Milliardensummen aus dem "Deutschlandfonds" der Bundesregierung.
Doch ihre Retter agieren im Gegensatz zu den Politikern in Bund und Ländern eher im Verborgenen: Es sind vor allem die regionalen Bürgschaftsbanken und Förderinstitute, die Mittelständlern in Not unter die Arme greifen. "Die Rettung eines Großkonzerns ist natürlich wesentlich spektakulärer als eine Bürgschaft für den Bäcker oder Handwerksbetrieb vor Ort", sagt Stephan Jansen, Geschäftsführer des Verbandes deutscher Bürgschaftsbanken. "Doch für die Masse der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland sind diese Hilfen gerade jetzt überlebenswichtig." Denn die Bürgschaftsbanken übernehmen bis zu 90 Prozent des Ausfallrisikos eines Kredites - ohne diese Versicherung würden viele Unternehmer gar kein Geld mehr von ihren Hausbanken bekommen.
Jansen ist daher froh, dass die Bürgschaftsbanken durch das Konjunkturpaket der Bundesregierung mehr Handlungsspielraum bekommen haben. Bisher durften die Bürgschaftsbanken nur für Kredite bis zu einer Mio. Euro selbst bürgen - über höhere Bürgschaften entschieden die Landesregierungen. Diese Grenze wurde jetzt auf zwei Mio. Euro erhöht, und der Staat übernimmt einen größeren Teil des Ausfallrisikos.
Die staatliche Unterstützung macht sich bereits bezahlt: Die Nachfrage nach Bürgschaften ist sprunghaft angestiegen. 6 200 kleine und mittlere Unternehmen haben allein im letzten halben Jahr eine Bürgschaft beantragt, bis Jahresende rechnet Jansen mit insgesamt etwa 10 000 Bürgschaften. "Dahinter steht schon jetzt ein Kreditvolumen von rund 1,4 Mrd. Euro, fast 35 Prozent mehr als im Vorjahr", berichtet der Verbandschef.