Finanzmärkte
Basel II schützt nicht vor Krisen

Die neuen Eigenkapitalregeln nach Basel II reichen nicht aus, um künftige Finanzkrisen zu verhindern; das macht die aktuelle Krise deutlich. Zu diesem Ergebnis kommen die „Schattenkomitees für Finanzmarktregulierung“ aus Europa, den USA, Japan, Lateinamerika, Asien sowie Australien und Neuseeland in einer gemeinsamen Erklärung.

mak/sos/ali/kk/oli/tor FRANKFURT. Die Mitglieder der Komitees, die die Arbeit der nationalen Aufsichtsbehörden seit Jahren kritisch begleiten, sind Wissenschaftler und Vertreter internationaler Organisationen. Sie drängen den Baseler Ausschuss zu einer neuen quantitativen Auswirkungsstudie, die die Daten aus der laufenden Krise mit berücksichtigt. Die Daten aus der „Schönwetterperiode“ der vorangegangenen fünf Jahre müssten unbedingt aktualisiert werden, ehe Basel II umgesetzt werde.

„Das ist ein ernstes Problem, denn wir sind dabei, einen Aufsichtsrahmen umzusetzen, der möglicherweise auf einem schwachen Fundament steht“, sagte Harald Benink, Professor an der Erasmus Universität in Rotterdam und Sprecher der europäischen Gruppe, dem Handelsblatt. „Wir laufen Gefahr, Eigenkapitalanforderungen einzuführen, die bei weitem zu niedrig sind.“

Basel II gibt den Banken zwei Möglichkeiten, ihre Kreditrisiken zu bewerten. Sie können entweder auf die Ratings von Ratingagenturen zurückgreifen (Standardansatz). Oder sie können interne Modelle verwenden (auf internen Ratings basierender Ansatz).

„Beim standardisierten Ansatz besteht das Problem, dass die Ratingagenturen die Krise nicht vorher gesehen haben“, erklärte Benink. „Sie haben die Ratings vieler Schuldner zu spät herabgestuft.“ Wenn die Risiken aber vor der Krise unterschätzt worden seien, hätten die Banken nach Basel II zu wenig Eigenkapital.

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