Finanztrends
Mischkapital löst Probleme

Die Nachfrage nach Mezzanine-Produkten, die zwischen dem Eigen- und Fremdkapital stehen, ist weiterhin hoch. Der Mittelstand setzt das Instrument ein, um seine in der Regel schwache Kapitaldecke zu stärken.

HB FRANKFURT. "Grundsätzlich ist der Trend ungebrochen, aber die Nachfrage hängt immer stark von konkreten Vorhaben ab wie etwa Investitionen oder Übernahmen", sagt Lars Schmidt-Ott, Managing Director der Capital Efficiency Group (CEG).

Diese ereignisgetriebene Nachfrage bestätigt auch Ulrich Ellerbeck, Vorstand der HSH Nordbank, am Fallbeispiel der Modemarke "Closed". Im Juni 2004 musste das Unternehmen Lippincott den Rückzug der früheren Geschäftsführer aus dem Management finanzieren, die sich ausbezahlen ließen. "Das hätte unsere Eigenkapitaldecke angegriffen, mit Mezzanine ist die Nachfolgefinanzierung jetzt in gut vier Jahren durch", sagt Hans Redlefsen, Geschäftsführer von Lippincott. Man habe frühzeitig erkannt, dass die Eigenkapitalquote nicht unter 30 Prozent sinken sollte. Ansonsten würden die Banken - was die Modebranche und den Einzelhandel betreffe - unruhig. In einem ersten Schritt wurden über das Programm "Smart Mezzanine" zwei Mill. Euro aufgenommen, die Eigenkapitalquote konnte so auf etwa 35 Prozent angehoben werden.

Mezzanine-Kapital kann je nach Ausgestaltung eine eigenkapitalähnliche Qualität erhalten. Gleichwohl erhält der Kapitalgeber keine Stimmrechte am Unternehmen. Mezzanine erlaubt bei seiner Strukturierung die Kombination der Vorteile von Fremd- und Eigenkapital. Steuerrechtlich lässt sich Mezzanine als Fremdkapital strukturieren, wodurch die hierauf entfallenden Zinsen als Betriebsaufwand abgezogen werden können. Durch die Nachrangigkeit wird der Kapitalgeber im Falle einer Insolvenz des Unternehmens erst nach den sonstigen Gläubigern bedient. Daher stufen die Hausbanken Mezzanine-Kapital in der Regel als wirtschaftliches Eigenkapital ein.

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