Finanztrends
Schuldenlast bei Übernahmen wächst

Mezzanine ist zur Kapitalstärkung ein heilsames Mittel, bei Übernahmen kann es aber giftig wirken. Denn die Private-Equity-Häuser setzen bei den Käufen mittelständischer Unternehmen immer mehr Fremdkapital sowie Mezzanine-Tranchen ein und treiben so die Preise nach oben.

FRANKFURT. Hauptgrund für diese Entwicklung sind die Banken, die den Markt unter anderem mit Mezzanine-Finanzierungen überschwemmen.

"Sowohl die deutschen als auch mittlerweile viele ausländische Banken gehen mit ihren Angeboten sehr aggressiv vor, was die Transaktionen deutlich verteuert", sagt Wolfgang Alvano, Managing Director bei der Beteiligungsgesellschaft Granville Baird Capital Partners in Hamburg. "Wir zahlen historisch gesehen ungefähr das Fünf- bis Sechsfache des operativen Gewinns als Kaufpreis, andere Wettbewerber bieten heute das Acht- bis Zehnfache", ergänzt der Finanzinvestor.

Die Zeche zahlen seiner Ansicht nach am Ende die übernommenen Firmen, die ihre Produktivität drastisch erhöhen müssten, um die Verbindlichkeiten zurückzuführen. "Früher oder später werden die ersten Firmen unter der Schuldenlast zusammenbrechen, dann gerät der ganze Beteiligungsmarkt wieder in Verruf", fürchtet Alvano. Als Folge könnten die Banken wieder zu einer restriktiven Kreditvergabe übergehen, wie zuletzt im Jahr 2002 nach dem Platzen der Internet-Blase.

Nach Ansicht vieler Branchenbeobachter drücken die Banken heute bei nahezu jeder Übernahme eine Mezzanine-Tranche in die Finanzierungsstruktur, obwohl dieser Baustein mit durchschnittlich 16 Prozent recht teuer ist. Konservative Häuser setzen zur Finanzierung der Kaufpreise 40 bis 50 Prozent Eigenkapital und 20 Prozent Mezzanine ein. Der Rest entfällt auf Kredit- oder Anleihefinanzierungen. Solche solide geschnürte Finanzierungspakete sind aber selten geworden, 70- bis 80-prozentige Fremdfinanzierungen sind keine Seltenheit mehr. "Das Risiko für die Unternehmer besteht darin, dass sie in ein paar Jahren von den Kapitalkosten erdrückt werden", warnt Alvano. Die Kaufpreise orientierten sich nicht mehr an den Cash-Flows, sondern am Ausreizen der Verschuldung.

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