Firmen beschaffen sich Kapital am Aktienmarkt: Expansionsdruck lenkt den Blick auf die Börse

Firmen beschaffen sich Kapital am Aktienmarkt
Expansionsdruck lenkt den Blick auf die Börse

Ob es um den Ausbau der Produktion, die Expansion in asiatische und osteuropäische Märkte oder die Übernahme eines Wettbewerbers geht – für ihr Wachstum benötigen mittelständische Unternehmen erhebliche Finanzmittel, die den eigenen Cashflow oft übersteigen. Viele mittelständische Unternehmen stellen sich deshalb die Frage, ob ein Börsengang ihre Finanzierungsprobleme langfristig lösen kann.

DÜSSELDORF. Obwohl der letzte Börsenboom Ende der 90er Jahre von der Technologieblase getrieben war, wurde bereits damals die Notwendigkeit der Finanzierung mittelständischer Unternehmen erkannt und mit dem Segment Smax eine spezielle Plattform geschaffen. Das Thema hat seither nicht an Aktualität verloren. Vielmehr stehen durch die neuen Eigenkapitalregeln für Banken und deren geändertes Kreditvergabeverhalten Themen wie Eigenkapitalstärkung und langfristige Finanzierung noch deutlicher im Fokus. Das bezeugt der von der Deutschen Börse im Januar 2005 eingeführte Index für Familienunternehmen, Gex. In den vergangenen Jahren haben sich eigentümergeführte Unternehmen eindrucksvoll an der Börse behauptet. Ein Vergleich der Gex-Unternehmen mit Auswahlindizes wie Dax, TecDax und Smax zeigt, dass ihre Kursperformance über der des Gesamtmarktes liegt.

2004 war ein gemischtes Jahr für den deutschen Aktienmarkt. Das Stigma mangelnder Neuemissionen konnte gebrochen werden, es gab aber auch abgesagte Börsengänge, wie der von Auto-Teile-Unger. Die fünf Börsengänge in 2004 ergeben kein einheitliches Bild. Neben der Postbank mit einem Emissionsvolumen von 1,4 Mrd. Euro und Wincor Nixdorf mit einem Emissionsvolumen von 339 Mill. Euro sind drei mittelständische Unternehmen – die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG, die Epigenomics AG und die Intecom AG – an die Börse gegangen. Ihr Emissionsvolumen lag zwischen 9,6 und 42 Mill. Euro und erinnert damit an die Kleinemissionen in den späten 90er Jahren.

Die verhaltene Entwicklung steht im Gegensatz zu den Entwicklungen in anderen Märkten, vor allem in Großbritannien. Am Alternative Investment Market (AIM), einem Segment für kleine, oftmals technologieorientierte Unternehmen, wurde 2004 mit 355 Neueinführungen und einem Gesamtemissionsvolumen von 2,8 Mrd. Pfund der höchste Stand seit Gründung des Segments im Jahr 1995 erreicht. Selbst im Boomjahr 2000 lagen die Werte mit 277 Börsengängen und einem Gesamtemissionsvolumen von 1,7 Mrd. Pfund niedriger.

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