Firmen-IT
Cyberkriminelle lauern auf Schwächen

Die meisten Mittelständler kennen die Risiken der digitalen Geschäftswelt heute zwar besser denn je und schützen ihre Daten noch gründlicher. Dennoch werden die Gefahren und Angriffe aus dem Internet immer größer und fataler. Dabei gilt: Die beste Sicherheitsarchitektur ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
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BERLIN. Adrenalin ist das Geschäft von Jochen Schweizer. Seine Firma bietet Bungeejumping, Fallschirmsprünge oder Hubschrauberflüge als Geschenke an. Doch wenn es um die eigene IT-Sicherheit geht, verzichtet das Unternehmen lieber auf Nervenkitzel.

Steffen Greiner hat als Chief Financial Officer rund 50 000 Euro investiert, um die Firma nicht nur vor Viren und Trojanern zu schützen, sondern auch vor Systemausfällen und Mitarbeiterfehlern. Hinzu kommen 12 000 Euro laufende Kosten im Jahr. Dafür lädt unter anderem eine zentral gesteuerte Antivirenlösung stündlich die neuesten Informationen über Schadprogramme aus dem Netz, und ein ausgefeiltes Backup-System schützt vor Datenverlusten. Für das Unternehmen ist IT-Sicherheit besonders wichtig, denn es wickelt Aufträge samt persönlicher Kundendaten in der Regel elektronisch ab.

Kundendaten gehen verloren

Die meisten Mittelständler kennen die Risiken der digitalen Geschäftswelt heute zwar besser denn je, sie schützen sich dennoch nicht ausreichend: Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Accenture haben rund 70 Prozent der deutschen Firmen und Behörden in den vergangenen zwei Jahren personenbezogene Daten von Kunden und Mitarbeitern verloren. Auf 2,4 Millionen Euro schätzen die Berater den Schaden, der dabei durch den Vertrauensverlust entstanden ist.

An Problembewusstsein mangelt es nicht: Laut den Marktforschern von Bloor Research sind sich drei von vier Mittelständlern sicher, dass ein Datenverlust ihre Firma ernsthaft gefährden könnte. "Bei mittelständischen Unternehmen hat das Thema IT-Sicherheit klar an Bedeutung gewonnen", sagt auch Olaf Mischkovsky, Systemingenieur des Sicherheitssoftwareherstellers Symantec. "Allerdings wiegen sich viele in falscher Sicherheit, weil die Bedrohungen komplexer geworden sind." Immerhin würden deutsche Mittelständler im Schnitt jährlich 11 400 Euro in sichere IT investieren, sagt der Experte. Das sei im internationalen Vergleich allerdings noch wenig.

Travis Witteveen, Vertriebschef des mittelständischen IT-Sicherheitsanbieters Avira, hat eine eigene Faustregel: Unternehmen, bei denen mindestens 80 Prozent der Geschäftsprozesse über Computer laufen, sollten demnach fünf bis zehn Prozent ihres Umsatzes in die Ausstattung mit Software und Geräten investieren, die auf dem neuesten Stand der Technik sind. "Der Hauptanteil davon entfällt mit 70 Prozent der Kosten auf die Hardware", sagt Witteveen.

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  • Die beste Security ist immer noch kein Windows zu verwenden und nur Datensichtgeräte ohne lokale USb-Schnittstellen statt PCs einzusetzen, sowie die geschäftswichtigen Daten nicht am internet angeschlossen zu haben (auch nicht über Firewall). Für das Surfen dann Extraplätze bereitstellen. ;-)

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