Firmenfusion
Die Integrationsarbeit nach dem Kauf zählt

Um nach einem Firmenkauf auch wirklich Synergieeffekte nutzen zu können, muss zuerst einmal Integrationsarbeit geleistet werden. In dieser Hinsicht haben aber viele Unternehmen noch großen Nachholbedarf.

DüsseldorfWenn der Kaufpreis verhandelt ist und die Verträge unterschrieben sind, fängt die Arbeit erst richtig an. Ob eine Übernahme oder Fusion zum Erfolg wird, entscheidet sich für Unternehmen erst Monate nach dem eigentlichen Geschäftsabschluss. Wie gut Unternehmen nach einem Zusammenschluss auch zusammenwachsen, hängt in erster Linie von einer durchdachten Post-Merger-Integration ab.

Dabei haben viele Unternehmen noch großen Nachholbedarf: Laut Beratungsfirma Steria Mummert Consulting weist jede dritte Firmenfusion Schwächen in der strategischen und operativen Umsetzung auf. Das ergab eine Umfrage unter rund 270 Fach- und Führungskräften aus großen und mittelständischen Unternehmen mit M&A-Erfahrung.

Als Hauptgrund für die Schwierigkeiten nennen die Studienautoren, dass die Manager nach dem Kauf nicht die nötige Integrationsarbeit leisteten und die dafür nötigen Ressourcen nicht korrekt einschätzten. Zudem behindere eine überstürzte Herangehensweise den Erfolg des Projekts. Viele Unternehmen würden erwarten, dass sie von Synergien bereits profitieren könnten, bevor die Integration abgeschlossen sei, sagt Jan Koppetsch, Post-Merger-Experte bei Steria Mummert. Das führe dazu, dass Manager oftmals verfrüht vom Integrationsprojekt abgezogen würden.

Statt überhasteten Beschlüssen empfiehlt Christian Knechtel, Berater bei PwC, die Integrationsgeschwindigkeit jedem Einzelfall anzupassen und mit allen Beteiligten abzustimmen. "Danach ist der Zeitplan jedoch von allen entschlossen einzuhalten."
Am Anfang des Integrationsprojekts steht typischerweise die möglichst rasche Harmonisierung von Geschäftsabläufen. Nur wer die gewohnten Prozesse in den beteiligten Unternehmen aufgibt und stattdessen neue Standardisierungen einführt, kann Synergieeffekte auch für sich nutzen. Besonders wichtig ist dabei ein unternehmensweites Schnittstellenmanagement in der IT, das an die strategischen Geschäftsziele angepasst wird.

Als besonders wichtig gilt die Einbindung der Belegschaft in das Projekt - dies sei "eines der sensibelsten Themen bei Fusionen", sagt Knechtel. Ziel ist, Ängste abzubauen und Maßnahmen zu entwickeln, um Leistungsträger langfristig zu binden. Mathias Peer

Mathias Peer
Mathias Peer
Wirtschaftspresse Bangkok / Auslandskorrespondent
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