Firmengründer
Wie Start-ups ihren Nachwuchs finden

Um talentierten Nachwuchs zu rekrutieren, haben große Unternehmen eine ganze Reihe von Möglichkeiten auf Lager. Schwieriger wird die Suche nach Absolventen für junge Start-ups, denn Fehlbesetzungen können sich die kleinen Teams meist nicht leisten. Wie Firmengründer mit ungewöhnlichen Methoden auf sich aufmerksam machen.

DÜSSELDORF. Rekruitingmessen, Arbeitgeberrankings, eine starke Marke und ausgeklügelte Praktikantenprogramme - großen, namhaften Unternehmen steht eine ganze Palette von Rekrutierungsinstrumenten zur Verfügung, um den talentierten Nachwuchs auf sich aufmerksam zu machen und anzulocken. Doch längst nicht alle Firmen können so aus dem Vollen schöpfen: Junge Start-ups haben weder einen großen Namen, der für sie spricht, noch Geld für Messestände - und erst recht keines für dicke Vergütungspakete.

"Gleichwohl sind auch sie auf 1A-Nachwuchs angewiesen", sagt Constanze Buchheim, Geschäftsführerin von i-potentials, einer Agentur, die auf Personalmanagement für Internet-Start-ups spezialisiert ist. "Ohne das richtige Team fliegt die beste Geschäftsidee nicht. Junge Unternehmen brauchen zwar nicht so viele Leute wie Konzerne, aber die paar müssen hundertprozentig passen. Eine Fehlbesetzung kann man sich in einem solch kleinen Team nicht leisten - da muss sich jeder auf den anderen voll verlassen können."

Dass es gar nicht so einfach ist, überhaupt passende Kandidaten zu erreichen, bestätigen viele Unternehmensgründer. Denn obwohl sie genau das bieten können, was Absolventen nach eigenen Angaben suchen - Verantwortung, eigene Projekte, die Möglichkeit, etwas zu bewegen - erweisen sich die Jungakademiker bei ihrer Arbeitgebersuche erstaunlich fantasielos und lassen sich gerne nur von den großen Namen leiten.

"Für uns liegt die Herausforderung darin, dass wir noch keine Marke und Firmenhistorie haben, mit der wir Bewerbern Sicherheit und Kontinuität belegen können", sagt Stephan Bayer, einer der Gründer von Sofatutor.

"Aber wir können uns authentisch auf unserer Webseite präsentieren. Welche Ziele hat die Firma? Welches Konzept steckt dahinter? Man muss selbst als Beleg dienen und zeigen, dass man sein Geschäft bei allem Spaß professionell betreibt", erklärt Bayer. Das Berliner Start-up bietet Schülern und Studenten seit Frühjahr 2009 unter www.sofatutor.com unorthodoxe Lernvideos zur Kurzfristvorbereitung auf Klausuren. Neben den beiden Gründern beschäftigt Sofatutor mittlerweile sechs Vollzeitmitarbeiter. Über Blogs und Bildergalerien auf Flickr erhalten Interessierte einen ersten Eindruck von den Machern und der Stimmung in der Firma. Das Start-up erhält viele Initiativbewerbungen für Praktika. "Bei uns läuft viel über Praktikanten. Wenn wir die später einstellen, wissen wir, die haben das Produkt verstanden. Und wer als Praktikant gut ist, kann hier schnell zu einer Vollzeitstelle kommen. Der Vorteil von Start-ups ist ja, dass sie auf jeden Fall wachsen. Wir haben keine Warteschlangen wie viele Konzerne. Bei uns gibt?s die Verantwortung sofort."

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