Firmenpatriarch: Würth erhöht den Druck auf seinen Schraubenhandel

Firmenpatriarch
Würth erhöht den Druck auf seinen Schraubenhandel

Das vergangene Jahr lief für den weltgrößten Schraubenhändler nicht gerade optimal. Firmenpatriarch Reinhold Würth hält sein Unternehmen für „viel zu satt und zu fett“ – und macht dem Management mit einer Prognose Druck.
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StuttgartDer weltgrößte Händler für Montage- und Befestigungstechnik Würth strebt nach einem schwachen Jahr 2012 höhere Zielmarken an. „Wir nehmen schon wieder Fahrt auf. Das Management hat für dieses Jahr sieben bis acht Prozent Wachstum prognostiziert“, sagte Reinhold Würth, Ehrenvorsitzender des Beirats bei Würth, im Interview mit dem Handelsblatt (Montagsausgabe). Bislang war noch keine Prognose für 2013 genannt worden.

Der Firmenpatriarch erhöht damit den Druck auf das Management, die neuen Ziele auch zu erfüllen. Der operative Chef Robert Friedmann und die restliche Konzernführung haben dabei sein „hundertprozentiges Vertrauen“, betonte Würth.

Der 77-jährige Unternehmer hat sich zwar schon vor 18 Jahren aus der operativen Geschäftsführung zurückgezogen und die Eigentumsrechte an Stiftungen übertragen, aber als Aufsichtsratsvorsitzender der Stiftungen nimmt er die Eigentümerrechte wahr. "Ich bin sozusagen die Hauptversammlung“, untermauerte Würth seinen Führungsanspruch.

Der weltgrößte Schraubenhändler hatte 2012 mit einem Wachstum um 2,9 Prozent die Erwartungen verfehlt und das Ziel, erstmals mehr als zehn Milliarden Euro umzusetzen, knapp verpasst. „Ich habe mich ja auch saumäßig geärgert. Wir sind viel zu satt und zu fett“, grantelte Würth.

Der Firmenpatriarch hatte bereits im vergangenen Juli mit einem siebenseitigen Brief den deutschen Vertrieb direkt zu mehr Leistung aufgefordert und Konsequenzen angedroht, falls die Leistung nicht steige.

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  • Meine Frage ist immer wieder, warum ist er so erfolgreich?
    manfred

  • Er sollte sich da als Ehrenvorsitzender besser zurück nehmen und solche Dinge nicht an die Presse tragen. Das gibt nur Unfrieden im eigenen Haus.
    Ob sein Vertriebsmodell noch in die Zeit passt? Die Vertreterbesuche könnten etwas seltener ausfallen, aber "moderne" Konzepte mit Callcentern, Warteschleifen und ständig wechselnden Ansprechpartnern sind grausig.

    Allerdings muss man ihm zu gute halten dass er im Gegensatz zu Schlecker oder Müller als Mäzen auftritt.

  • Würth heute sind die Unternehmer von gestern!

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