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Fischer: Japanische Managementmethoden im Nordschwarzwald

Mit einem Dübel sind die Fischerwerke weltbekannt geworden. Doch unter der Ägide von Klaus Fischer liegt das Familienunternehmen auch bei der Management-Kultur ganz vorne.

Waldachtal-TumlingenEs ist ein beschauliches Fleckchen im Nordschwarzwald. Mit dem Auto führt die A81 südlich von Stuttgart schnell in einsame Gegenden. Wer dann die Landstraße in Richtung Waldachtal-Tumlingen nimmt, würde nie erwarten, dass hinter den Hügeln ein Weltunternehmen auftaucht. Doch der idyllische Ort ist Stammsitz von Fischer, einer der bekanntesten und innovativsten Familienfirmen in Deutschland.

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Wenn der Inhaber, Klaus Fischer, seine Gäste im stilvollen Kundencenter empfängt, ist es mit der vermeintlichen Geruhsamkeit auch schnell vorbei. Mit viel Elan klärt er die Besucher über die Vermeidung von Ineffizienzen und die Motivation von Mitarbeitern auf.

Getrieben von der permanenten Verbesserung hat Klaus Fischer das Unternehmen 31 Jahre lang geleitet und immer größer gemacht. Dabei war nicht sicher, ob der heute 61-Jährige überhaupt ins väterliche Unternehmen einsteigt. „Ursprünglich wollte ich wie viele Kinder damals Flugkapitän oder Lokomotivführer  werden“, sagt Fischer. Nach dem Studium in Konstanz fängt er dann doch beim Vater an. Im Jahr 1980 übernimmt er mit nur 29 Jahren die Geschäftsführung.

Der lange Schatten des Vaters, Artur Fischer, bleibt über die Jahre sein Begleiter. Schließlich ist er der Erfinder von wichtigen Produkten wie Fotoblitz, Spreizdübel und Kinderspielzeug. Den Vater zu übertrumpfen, wäre daher eine schwere Aufgabe gewesen. Klaus Fischer setzt aber schnell eigene Akzente.

Sein zentraler Erfolg ist die Internationalisierung. Klaus Fischer schafft den Sprung über die Landesgrenzen und expandiert weltweit. „Da wir unseren Kunden folgen müssen, produzieren wir heute auch in Ländern wie China, Brasilien, Argentinien und den USA“, erklärt der Unternehmer. Gleichzeitig bekennt er sich zur Heimat: „Über die Hälfte der Produkte, die wir weltweit verkaufen, stellen wir immer noch in Deutschland her.“ Allein acht bis neun Millionen Kunststoffdübel laufen täglich in Waldach-Tumlingen vom Band.

  • 12.03.2012, 15:57 UhrAnonymer Benutzer: lost

    Wenn der einfache Bürger den Beklagten im Zivilrecht mit dem Angeklagten im Strafrecht verwechselt, ist dieses noch hinnehmbar. Jedoch darf kein führender Manager den Kardinalfehler machen, und sich mit Pauken und Trompeten juristisch auf die Schwester zu stürzen. Ob nun der Vater oder Bruder, dass macht keinen Unterschied, zumal es hier wohl Beide waren.
    "suum cuique" - jedem das Seine.

  • 19.01.2012, 13:45 UhrAnonymer Benutzer: Pendler

    Nett geschrieben und sehr authentisch.

    Beruflich habe ich (auch) viel mit Mittel- und Klein-Unternehmen zu tun. Und gerade bei den Inhaber- geführten Unternehmern habe ich festgestellt, dass es fast ausnahmslos Menschen sind, die für mich eine totale Vorbildfunktion haben.

    Auf der einen Seite agieren selbst kleine Betriebe mit gerade mal 100-500 Mitarbeitern sehr oft weltweit, trotzdem sie sehr Heimat-verbunden sind und immer ein fast familiäres Verhältnis zu ihren Mitarbeitern pflegen. Wenn man mit diesen Inhabern durch ihren Betrieb geht, begrüßt der Chef seine Leute generell persönlich (oft mit Handschlag) und wechselt ein paar Worte. Man merkt dann schnell, dass hier ein konstruktives und partnerschaftliches Verhältnis vorherrscht.

    Das aber ist der Normalfall und nicht, wie oft in den Medien zitiert, eine Ausnahme.

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