Flottenleasing
Autofinanziers locken mit Rundum-Paketen

Für viele Mittelständler gehört eine Flotte aus Dienstwagen und Lieferfahrzeugen zum Geschäftsmodell. Doch weil die Verwaltung im Laufe der Zeit immer komplizierter wird, bieten einige Autoleasing-Firmen ein Full-Service-Flottenleasing aus einer Hand an. Doch nicht für jedes Unternehmen lohnt sich dieses verlockende Angebot.

KÖLN. Der Fuhrpark der Vivisol Deutschland GmbH wächst und wächst. "Vor zwölf Jahren fing ich mit nur einem Dienstwagen an - meinem eigenen", erinnert sich Geschäftsführer Mirco Lazzarini. Inzwischen hat er den Medizintechnik-Dienstleister im oberbayrischen Neufahrn zu einem Unternehmen mit 200 Mitarbeitern aufgebaut. Er versorgt chronisch lungenkranke Patienten mit Sauerstoffgeneratoren und Beatmungsgeräten. In ganz Deutschland sind seine Außendienstler auf Tour.

Die Flotte aus Dienstwagen und Lieferfahrzeugen gehört praktisch zum Geschäftsmodell der Firma. Und doch: Bis vor wenigen Jahren hatte Geschäftsführer Lazzarini keinen Überblick über seinen Fuhrpark, der mittlerweile auf mehr als 80 Fahrzeuge angewachsen ist. "Meinen ersten Firmenwagen und alle, die in den ersten Jahren hinzu kamen, habe ich zunächst über Standardangebote der Autohändler geleast", erzählt der Unternehmer. "Irgendwann wurde es einfach zu kompliziert und unübersichtlich."

Wie Lazzarini geht es vielen Mittelständlern: Der Fuhrpark gleicht einem Flickenteppich, weil über die Jahre immer mehr Fahrzeuge von unterschiedlichen Anbietern dazu gekommen sind.

Der Einkauf schafft Fahrzeuge an, die Sekretärin heftet Tankquittungen für die Dienstwagen der Chefs ab, und die Buchhaltung bezahlt Rechnungen für Reparaturen und Versicherungen ohne jede fachliche Prüfung. Die Flotte muss außerdem gewartet und betankt werden - und entwickelt sich so in vielen Unternehmen zum zweitgrößten Kostenblock nach den Personalkosten. "Das Einsparpotential im Fuhrpark, vor allem bei größeren Mittelständlern, liegt im Schnitt bei zehn bis 25 Prozent", konstatiert Holger Hildebrandt vom Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) in Frankfurt.

Es trifft sich gut, dass Autoleasing-Anbieter den Mittelstand seit Jahren mit Full-Service-Angeboten umgarnen. Vivisol-Chef Lazzarini beauftragte die Leasinggesellschaft ASL mit der Verwaltung seines Fuhrparks. ASL wickelt jetzt nicht nur die Finanzierung ab, sondern kümmert sich auch um die Regulierung von Schäden und die Reifenwechsel. Eine monatliche Rate fasst alle Ausgaben für Finanzierung und Verwaltung der Fahrzeuge zusammen. Lazzarini ist zufrieden: "Es wäre viel zu aufwändig gewesen, ein internes Fuhrpark-Management aufzubauen."

Mit den Rundum-Paketen versuchen die Anbieter, in einem zunehmend ungemütlichen Markt gute Erträge zu erwirtschaften. Schließlich wird die Refinanzierung ihrer Angebote schwieriger, und durch den extremen Restwerteverfall der vergangenen Monate lassen sich gebrauchte Leasing-Autos nur noch schwer weiterverkaufen.

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