Flut vor neuen Regelungen
Die Vorschriften werden immer detaillierter

Ein Richter am Landgericht Frankfurt entscheidet derzeit über mehr als 15 000 Klagen von Kleinaktionären der Deutschen Telekom. Sie werfen dem Bonner Konzern vor, im Börsenzulassungsprospekt seine Immobilien zu hoch bewertet zu haben.

HB BOCHUM. Anleger vertrauen bei ihren Aktienkauf- und Verkaufsentscheidungen darauf, dass die in Börsenzulassungsprospekten, Jahres- und Quartalsabschlüssen sowie Ad-hoc-Mitteilungen veröffentlichten Informationen die wirtschaftliche Lage des Unternehmens korrekt abbilden. Fehler in diesen Dokumenten bergen für Unternehmen, deren Management und Wirtschaftsprüfer erhebliche Haftungsrisiken.

Große Hoffnungen zur Verbesserung der Transparenz liegen auf den International Financial Reporting Standards (IFRS) . Nach diesen Regeln müssen ab 2005 fast alle kapitalmarktorientierten EU-Unternehmen ihre Konzernbilanzen erstellen. Ähnliches gilt in Russland, Australien und teilweise in China. Insofern wird die kapitalmarktorientierte Rechnungslegung nach IFRS international zur wesentlichen Säule der Kommunikation mit den Anlegern.

Was zeichnet die kapitalmarktorientierte Rechnungslegung nach IFRS nun aus? Investoren wollen Jahresabschlüsse, die Chancen und Risiken eines Unternehmens fair abbilden und einen internationalen Unternehmensvergleich ermöglichen. Sie sind an entscheidungsrelevanten Informationen interessiert, mit denen sie künftige Cashflows abschätzen können. Unternehmen sind im internationalen Wettbewerb um Kapitalgeber gezwungen, diese Informationen möglichst umfassend, schnell und in immer kürzeren Abständen zu veröffentlichen.

Die IFRS-Bilanzierungsregeln sind ausschließlich auf diese Informationsinteressen der Investoren ausgerichtet. Mit immer detaillierteren Bilanzierungsvorschriften wird versucht, die komplexer werdenden Geschäftsvorfälle möglichst sinnvoll in Jahresabschlussdaten abzubilden. Auf Grund dieser IFRS-Abschlüsse können Unternehmen weltweit miteinander verglichen werden.

In den letzten zwei Jahren haben die IFRS enorm an Umfang gewonnen und bereits eine beachtliche Regulierungstiefe erreicht. Sie umfassen über 2 000 Seiten an Standards und Interpretationen. Insbesondere deutsche Bilanzexperten hoffen noch, dass sich dieser Umfang reduziert und die IFRS in Richtung eines prinzipienbasierten Rechnungslegungssystems – etwa nach Vorbild des deutschen HGB – umschwenken.

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