Förderbanken
Qualifizierte Bewerber gesucht

Förderbanken haben spezielle Aufgaben. Sie sollen besonders mittelständische Unternehmen so unterstützen, dass diese dringend notwendige Investitionen vorantreiben können. Doch in der Ausbildung zeigt sich: Förderbanken haben keinen Sonderstatus, sie stellen an ihre Bewerber die gleichen Anforderungen wie Geschäftsbanken.

BAD CAMBERG. Gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise richtet der Mittelstand sein Augenmerk verstärkt auf die Kredite und Bürgschaften der Förderbanken. Nicht nur, weil sich die Geschäftsbanken schon bei mittlerer Bonität ihrer Kunden die Darlehensvergabe mit satten Zins- und Risikoaufschlägen honorieren lassen. Mittelständische Firmen erwarten von den Förderbanken zudem gerade jetzt, in der Krise, dass sie mit Rat und Tat zur Seite stehen und Wirtschaftsstandorte stärken.

Unterschiede in der Zielsetzung und in der Beratung: Das ruft förmlich auf der Seite der Förderbanken nach Fachkompetenz, Strategien und Praktiken, die sich erheblich von denen in Geschäftsbanken unterscheiden. "In Förderbanken herrscht ein anderes Selbstverständnis der Arbeit", behauptet Michael Schneider, Vorstandsvorsitzender der LfA Förderbank Bayern. "Wir messen uns nicht an der Höhe des Bilanzgewinns oder der Eigenkapitalrendite. Unsere Messlatte ist ein nachhaltiger Fördererfolg." Der drücke sich beispielsweise anhand der Neuzusagen bei den Förderkrediten und Bürgschaften aus. Dabei sei oft ihre Anzahl wichtiger als ihr Volumen, ein positiver Arbeitsplatzeffekt wichtiger als die Marge, die Verlässlichkeit wichtiger als eine Begrenzung des Risikos. Schneider deutet auf ein weiteres, hoch sensibles Beispiel, an dem sich nach seiner Einschätzung die Geister zwischen Förder- und Geschäftsbanken unterscheiden: "Der Weiterverkauf von Krediten kommt für uns nicht in Frage."

So viele Unterscheidungsmerkmale gegenüber den gescholtenen, weil krisengeschüttelten Geschäftsbanken müssten sich von Anfang an auswirken, schon bei der Ausbildung. Zumal sich die Mitarbeiter hier bei ihrem Dienst am Geschäftskunden in einem hochkomplexen Förderungsumfeld aus deutschem und EU-Recht bewegen. Doch eine spezielle Ausbildung? Fehlanzeige. "Derzeit gibt es keine förderbanktypische Ausbildung", sagt Eckhard Hassebrock, Mitglied des Vorstands bei der Investitionsbank Hessen. Dementsprechend wenig konkret ist seine Erwartungshaltung an die Bewerber. "Wir brauchen Hochschul- und Fachhochschulabsolventen, außerdem Berufspraktiker mit praktischer Umsetzungsintelligenz."

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