Förderpolitik
Geld vom Staat soll angehende Unternehmer vor Fehlern bewahren

Die Förderpolitik der Bundesregierung vermittelt eine eindeutige Botschaft: Die Zahl der Selbstständigen soll steigen. Um dieses Ziel zu erreichen, begleitet der Bund gegründete Betriebe, ganze fünf Jahre lang steht er ihnen zur Seite. Bis zu 90 Prozent der anfallenden Kosten für einen Berater werden erstattet - vom Staat.

KÖLN. Seit November 2007 sind die staatlichen Aufgaben bei der Förderung von Gründern in Deutschland klar verteilt: Die Beratung vor einer Firmengründung ist Ländersache. Wenn der Betrieb läuft, übernimmt der Bund mit dem so genannten Gründercoaching. Dafür hat die KfW-Bank ein umfangreiches Förderprogramm aufgelegt, das jungen Firmen in den ersten fünf Jahren begleitet. Besonders lohnen kann sich die staatliche Stütze für diejenigen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen. Ihnen zahlt die Bank seit Oktober vergangenen Jahres bis zu 90 Prozent der Beratungskosten.

Die Hilfe nehmen besonders arbeitslose Gründer gern in Anspruch. Nach Angaben der KfW zahlte sie im gesamten Jahr für das Programm rund 25 Mio. Euro. 2009 verdoppelte sich die Summe bereits für die Monate Januar bis August wegen einer erweiterten Förderung für Arbeitslose auf rund 50 Mio. Euro. Immerhin entfielen etwa zwei Drittel der 13 500 Förderungen bis Ende August auf ehemals Arbeitslose.

Wer die Förderung in Anspruch nehmen will, muss sich als Unternehmer ausweisen. "Das kann ganz unbürokratisch mit einem Gewerbeschein oder einem Auszug aus dem Handelsregister geschehen", erklärt Wolfram Schweickhardt von der KfW. Gründer, die sich aus dem Beruf heraus selbstständig machen, dürfen sich mit dem Antrag höchstens fünf Jahre Zeit lassen. Ihnen winkt in den neuen Bundesländern ein Zuschuss von 75 Prozent der Beraterkosten, in den alten Bundesländern einschließlich Berlin wird die Hälfte erstattet. Insgesamt darf das Honorar der Berater nicht über 6 000 Euro, der Tagessatz nicht bei mehr als 800 Euro liegen.

Arbeitslose müssen sich im Verlauf des ersten Geschäftsjahres bewerben und können in Ost und West 90 Prozent der Kosten anrechnen, bei Honoraren von maximal 4 000 Euro und ebenfalls 800 Euro am Tag. Die Förderung wird zwar zentral finanziert, aber regional angemeldet. Als Anlaufstellen dienen den Unternehmern die Industrie- und Handelskammern (IHK) oder Handwerkskammern (HWK) vor Ort.

Keinen Unterschied macht die KfW bei der Art der Beratung. Das Gründercoaching umfasse wirtschaftliche, finanzielle und organisatorische Fragen, hat die Bundesregierung vorgegeben. Im Klartext: Der Staat bezahlt für jede Beratung.

Seite 1:

Geld vom Staat soll angehende Unternehmer vor Fehlern bewahren

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%