Förderprogramme
Finanzieller Rückenwind vom Staat

Um den Banken die Kreditvergabe trotz Krise wieder schmackhaft zu machen, sollen Förderprogramme die Banken ganz oder in Teilen von Ausfallrisiken befreien. Ihr Ziel: Unternehmen, die durch die Krise in finanzielle Nöte geraten sind, bekommen so von ihren Banken das benötigte Geld. Doch längst nicht jeder Antrag ist erfolgreich.

KÖLN. Anfang Mai gaben die Kapitalgeber endlich grünes Licht, mittlerweile ist Ilyana Becker stolze Besitzerin eines mittelständischen Verlags im westlichen Baden-Württemberg. "Ich habe schon lange davon geträumt, einen Verlag zu leiten", freut sich die Jungunternehmerin. Die perfekte Gelegenheit ergab sich Anfang diesen Jahres: Der bisherige Verlagsinhaber zog sich aus Altersgründen zurück. Bereits seit Januar arbeitete die 35-Jährige daher in der Geschäftsführung mit. Bis die Finanzierung für ihren Traum stand, dauerte es dann aber noch einige Monate. Für Becker, die bisher als Unternehmensberaterin tätig war, keine Überraschung. "Die zweistelligen Profitraten, die Beteiligungsgesellschaften erwarten, bringt ja auch ein solides mittelständisches Unternehmen in diesen Zeiten kaum ein. Und die Banken sind sehr zurückhaltend mit der Kreditvergabe."

Dass Becker ihren Traum vom eigenen Verlag dennoch erfüllen konnte, verdankt sie einem Portfolio verschiedener Fördermittel. Ihr Kapital stockte die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg mit einer stillen Beteiligung auf. Und sie konnte die Hausbank des Verlages davon überzeugen, ihr Projekt in Kooperation mit der KfW und einer Bürgschaftsbank mit einem günstigen Unternehmerkredit zu unterstützen.

Die komplexe Finanzierungsstruktur hat der "Subventionslotse" Michael Wandt mit der Jungunternehmerin erarbeitet. Der Berater begleitet Unternehmen bei der Auswahl geeigneter Förderprogramme. "Viele öffentliche Förderprogramme entlasten die Banken ganz oder in Teilen von Ausfallrisiken. Unter diesen Bedingungen spielen Banken auch in schwierigen Zeiten gerne mit, vergeben Kredite und unterstützen Finanzierungsprojekte", zeigt sich der Fördermittelexperte zufrieden.

Auf diesen Effekt setzt jetzt ein Sonderprogramm der Bundesregierung: Um den Banken die Kreditvergabe trotz Finanzkrise wieder schmackhaft zu machen, übernimmt die KfW für mittelständische Unternehmen bis 90 Prozent des Kreditrisikos bei langfristigen Investitionen, und bis 60 Prozent bei kurzfristigen Betriebsmittelfinanzierungen. Ihr Ziel: Unternehmen, die durch die Krise am Finanzmarkt in finanzielle Nöte geraten sind, sollen von ihren Banken wieder Geld bekommen. "Jeder Mittelständler kann über seine Hausbank bis zu 50 Mio. Euro Fördermittel beantragen", wirbt KfW-Beratungsleiter Walter Steffes. Das Interesse an dem Programm ist groß, in den ersten Wochen haben bereits 860 Unternehmen Anträge gestellt.

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