Folgen der Preispolitik großer Kunden
Teure Metalle und hohe Strompreise bedrohen kleine Werkzeugmacher

Die Präzisionswerkzeug-Branche leidet unter enorm gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten. Größtes Problem der Werkzeug-Produzenten ist die Branchenstruktur: Dort tummeln sich viele mittelständische Hersteller, die Abnehmer sind aber meist Großunternehmen und diese setzen ihre Preise durch.

KÖLN. Eine Geschichte wie diese treibt den Präzisionswerkzeugbauer Frank Johne zur Weißglut: Da bekam er kürzlich einen neuen Auftrag, der Kunde verkaufte ihm sogar das Hartmetall für die Werkzeuge mit – doch als er die gestiegenen Kosten des Materials dann auf den Werkzeug-Preis umwälzen wollte, machte der Kunde nicht mit. „Die haben uns selbst den Rohstoff zu deutlich höheren Preisen geliefert, erwarteten aber, dass der Preis für das Werkzeug gleich bleibt“, sagt Johne verständnislos. Und der Fall sei typisch für die Lage in der Branche, klagt der Unternehmer: „Es ist ein einziges Hauen und Stechen um den Preis.“" Eine Situation wie diese hat der 62-Jährige in seiner beruflichen Laufbahn noch nicht erlebt.

Die Präzisionswerkzeug-Branche leidet unter enorm gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten. So haben sich die Kosten für Wolfram, als härtestes Metall der Welt ein unverzichtbarer Grundstoff für die Industrie, in den vergangenen Monaten verdreifacht: Der Weltmarktpreis des Vorprodukts Ammoniumparawolframat (APT) stieg seit dem Jahr 2004 von unter 100 auf fast 300 Dollar pro Tonne. Auch der Preis für legierten Stab- und Flachstahl legte seit 2002 um fast 50 Prozent zu. Und die Energiekosten sind nach Angaben des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA) in zwei Jahren um 30 Prozent gestiegen. Werkzeuge aber wurden seit 2002 um nicht mal 10 Prozent teurer.

„Viele Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt VDMA-Fachmann Alfred Graf Zedtwitz. Heinz-Jürgen Büchner von der IKB Deutschen Industriebank stimmt ihm zu: „2005 war schon heftig, aber wenn das so weitergeht - viel können die Unternehmen nicht mehr verkraften.“ Die IKB hat in einer aktuellen Studie nachgewiesen, dass die Firmen seit 2002 einen kontinuierlichen Rückgang ihrer Roherträge hinnehmen müssen. Die operativen Margen sind nach der Studie im Vierjahres-Zeitraum um einen Prozentpunkt gesunken.

Seite 1:

Teure Metalle und hohe Strompreise bedrohen kleine Werkzeugmacher

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%